Grand-Slam-Turnier in Paris
Kenin und Swiatek bestreiten Tennis-Finale der French Open

Die Australian-Open-Siegerin Sofia Kenin erreicht das Endspiel bei den French Open. Ihre Gegnerin am Samstag hat auch den Präsidenten von Polen beeindruckt.

Donnerstag, 08.10.2020, 18:46 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 18:48 Uhr
Sofia Kenin steht im Finale der French Open. Foto: Christophe Ena

Paris (dpa) - Die amerikanische Tennisspielerin Sofia Kenin kann ihren Aufstieg in die Weltspitze mit ihrem zweiten Grand-Slam-Titel in diesem Jahr krönen.

Nach dem 6:4, 7:5 im Halbfinale gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova geht die Australian-Open-Gewinnerin als Favoritin ins Endspiel. Alles andere als ein Erfolg der Weltranglisten-Sechsten am Samstag in Paris wäre eine Sensation. Das Finale bestreitet Kenin gegen die polnische Außenseiterin Iga Swiatek. Die Weltranglisten-54. fertigte im Überraschungs-Halbfinale die argentinische Qualifikantin Nadia Podoroska mit 6:2, 6:1 ab. Damit stieg Swiatek zur ersten polnischen Finalistin bei den French Open in der Profi-Ära seit 1968 auf.

«Ich bin ein bisschen überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass ich ins Finale komme. Ein Traum ist wahr geworden», sagte sie. Die 19-Jährige, in Paris überraschend dominant in all ihren bisherigen sechs Partien und noch ohne Satzverlust, verzückte mit ihrer überraschenden Erfolgsserie auch Polens Präsident Andrzej Duda. «Wahnsinn! Bravo! Bravo! Bravo», schrieb Duda auf Twitter. Er danke ihr dafür, dass sie das Land in so schöner Weise repräsentiere.

Die 21-jährige Kenin hatte bei den Australian Open in Melbourne zu Beginn des Jahres ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert, als die Tennis-Szene noch nicht durch die Coronavirus-Krise durcheinandergewirbelt worden war. In Paris fehlte aufgrund der Pandemie die australische 2019-Siegerin Ashleigh Barty. Die Japanerin Naomi Osaka, die nach der monatelangen Turnierpause die US Open für sich entschieden hatte, hatte verletzungsbedingt abgesagt. Die rumänische Mitfavoritin Simona Halep war im Achtelfinale unerwartet ohne Chance gegen Swiatek geblieben.

Kvitova hatte im Viertelfinale das bisher erfolgreichste Grand-Slam-Turnier im Einzel der Schwäbin Laura Siegemund beendet, im Halbfinale erreichte die Tschechin aber nicht ihr Topniveau. Kenin führte im ersten Satz schnell mit 4:1 und trat weiterhin konsequent und kompromisslos auf, auch nachdem Kvitova auf 4:3 herankam. Im zweiten Satz zeigte die junge Amerikanerin Nerven, als sie nach einem 5:3 noch einmal das 5:5 hinnehmen musste, ließ sich dann aber doch nicht mehr von ihrem Sieg in zwei Sätzen abbringen.

© dpa-infocom, dpa:201008-99-875163/5

Nachrichten-Ticker