«Mangelverwaltung»
Turn-Cheftrainerin Koch zweifelt am Sport-Konzept

Berlin (dpa) - Turn-Bundestrainerin Ulla Koch hat Vorbehalte gegen das neue Leistungssport-Konzept des Deutschen Olympischen Sportbundes geäußert.

Dienstag, 06.06.2017, 16:02 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 06.06.2017, 15:59 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 06.06.2017, 16:02 Uhr
Ulla Koch hat Vorbehalte gegen das neue Leistungssport-Konzept des DOSB geäußert. Foto: Deniz Calagan

«Zunächst war ich eine Verfechterin, aber inzwischen habe ich meine Zweifel. Unser Haushalt für dieses Jahr ist noch nicht bestätigt, unsere Projektmittel wurden trotz unserer Olympia-Erfolge auf das Niveau von 2011 zurückgefahren», sagte Ulla Koch bei einem Forum auf dem Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin.

«Ich bin ein bisschen sauer. Unsere Trainer haben ihre Verträge nur bis zum Jahresende verlängert bekommen», kritisierte die Cheftrainerin der deutschen Frauen-Auswahl. Als wichtigste Aufgabe sehe sie nun, nicht über die Bedingungen zu jammern, sondern mit positiver Einstellung weiterzuarbeiten. «Wir müssen aus der Mangelverwaltung das Beste machen», sagte sie, «und so arbeiten, damit die Athleten den Mangel nicht mitbekommen.» Als eine Lösung schlug sie eine stärkere Kostenbeteiligung der Eltern an einer qualitativ hochwertigen Ausbildung der Talente vor.

Auch Sylvio Kroll, der Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Turner-Bund, und Berlins Sport-Staatssekretär Christian Gaebler, bestätigten die Hängepartie in Sachen Trainer-Finanzierung. Es könne nicht sein, dass man derzeit nur mit vorläufigen Finanzierungen klarkommen müsse. «Wir müssen den Trainern Perspektiven zeigen und längerfristige Verträge anbieten. Das muss unbedingt besser werden, sagte Kroll, der frühere Olympia-Zweite aus Cottbus.

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