Sportpolitik
DOSB-Präsident Hörmann: WADA hat an Glaubwürdigkeit verloren

Kattowitz (dpa) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat nach Ansicht des DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann mit dem Umgang im russischen Doping-Skandal viel an Glaubwürdigkeit verloren.

Montag, 04.11.2019, 07:20 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 07:22 Uhr
Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Foto: Guido Kirchner

«Wenn jemand mich oder andere Verantwortliche im DOSB fragen würde, habt ihr hundertprozentiges Vertrauen in die WADA, glaube ich nicht, dass es viele gibt, die uneingeschränkt ja sagen würden», sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes im dpa-Interview vor der WADA-Konferenz von Dienstag bis Donnerstag in Kattowitz.

Kritisch sieht er auch die Amtszeit von WADA-Präsident Craig Reedie. «Wenn sich etwas Wichtiges wie der Fall Russland über Jahre in eine offensichtlich falsche Richtung bewegt, hat der Verantwortliche an der Spitze in einer Organisation die klare Pflicht und Schuldigkeit, den Laden aufzuräumen und die Dinge in eine bessere Richtung zu entwickeln», erklärte Hörmann. Die Bilanz falle deshalb - wohlwollend betrachtet - «durchwachsen» aus. «Ich sehe seine Amtszeit zumindest nicht als WADA-Erfolgsgeschichte», meinte er. Am 1. Januar 2020 wird der Pole Witold Banka die Nachfolge von Reedie antreten.

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