Weltverband ITTF
Tischtennis-Profis gegen Turnierserie in China

Hannover (dpa) - Mehrere Tischtennis-Profis um den deutschen Spitzenspieler Timo Boll haben beim Weltverband ITTF gegen die geplante Austragung von drei Topturnieren während der Corona-Pandemie in China protestiert.

Montag, 07.09.2020, 19:32 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 19:36 Uhr
Ist gegen die geplante Austragung von drei Topturnieren während der Corona-Pandemie in China: Tischtennis-Star Timo Boll. Foto: Marius Becker

Das Vorgehen der ITTF sei «inakzeptabel und ein Verstoß gegen alle Prinzipien des Fair Play», heißt es in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Konkret werfen die Unterzeichner dem Weltverband vor, dass er sie mit seinen Turnierplänen «in vielen Fällen Reisebeschränkungen, einem höheren Infektionsrisiko und Visa-Problemen» aussetzen würde. Außerdem würde eine mehrwöchige und nicht vorher abgestimmte China-Reise im November für die Spieler bedeuten, dass sie Verträge mit ihren Vereinen und Sponsoren brechen müssten. Diese Umstände würden die Profis daran hindern, «in der «Bubble» in China zu spielen». Sie werfen der ITTF in ihrem Brief auch vor, Spieler unter Druck zu setzen und im Falle einer Nicht-Teilnahme mit dem Abzug von Weltranglisten-Punkten zu drohen. Die Unterzeichner kommen aus mehreren Ländern mit Ausnahme des Turnier-Gastgebers China.

Der Weltverband ITTF hatte am 4. September verkündet, den World Cup der Männer, den World Cup der Frauen sowie den Saisonabschluss «ITTF Finals» ab dem 13. November gebündelt an einem Ort in China austragen zu wollen. Wegen der Corona-Pandemie finden im Tischtennis seit März keine internationalen Turniere statt.

Nach Angaben der ITTF soll diese Bündelung an einem Ort gerade verhindern, dass die Spielerinnen und Spieler viel reisen und sich unterschiedlichen Corona-Bestimmungen unterwerfen müssen. Eigentlich sollte der World Cup der Männer im Oktober in Düsseldorf stattfinden.

© dpa-infocom, dpa:200907-99-467312/2

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