Skandale
Keine Ruhe beim DFB: Sommermärchen-Affäre, Luxus-Uhr, Razzia

Berlin (dpa) - Seit der Sommermärchen-Affäre kommt der Deutsche Fußball-Bund einfach nicht zur Ruhe. Ein Überblick zu den DFB-Skandalen der vergangenen Jahre:

Mittwoch, 07.10.2020, 13:01 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 13:04 Uhr
Der DFB steht wieder im Mittelpunkt von Ermittlungen. Foto: Boris Roessler

SOMMERMÄRCHEN-AFFÄRE: Eine ominöse Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro vom DFB an die FIFA aus dem Jahr 2005 wird zehn Jahre später publik und beschäftigt jahrelang die Behörden in Deutschland und der Schweiz. Die umstrittene Überweisung diente einer Rückzahlung eines Privatkredits durch den inzwischen verstorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus an den damaligen WM-Organisationschef Franz Beckenbauer aus dem Jahr 2002. Wofür das Geld genau bestimmt war, ist bis heute nie richtig aufgeklärt worden. Das Verfahren unter anderem gegen die beiden früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie Ex-Generalsekretär Horst R. Schmidt in der Schweiz wurde Ende April wegen der Verjährung eingestellt. Bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft ist noch ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung anhängig. Der DFB will unter dem neuen Boss Fritz Keller die damaligen Vorgänge noch einmal eingehend untersuchen lassen.

ERDOGAN-BILDER: Vor der Weltmeisterschaft 2018 lassen sich Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zu Wahlkampfzwecken ablichten. Gündogan bezeichnet die Aktion später als Fehler, Weltmeister Mesut Özil schweigt dagegen. Die Affäre entwickelt sich während und nach der WM zum PR-Desaster. Özil tritt aus der Nationalmannschaft zurück und erhebt Rassismus-Vorwürfe.

LUXUS-UHR: Der damalige DFB-Präsident Reinhard Grindel stolpert über ein Uhren-Geschenk des ukrainischen Oligarchen Grigori Surkis. Er meldet das Präsent zunächst nicht dem DFB. Später gibt er den Wert der Uhr mit 6000 Euro an. Kritik muss Grindel auch wegen eines Zusatzeinkommens von über 78.000 Euro für den Aufsichtsratsposten bei einer DFB-Tochtergesellschaft einstecken. Im April 2019 tritt Grindel zurück.

STEUER-RAZZIA: Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen durchsucht die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main die Geschäftsräume des DFB sowie Privatwohnungen von ehemaligen und aktuellen Verbandsfunktionären. Dabei geht es um Einnahmen aus der Bandenwerbung von Heimländerspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015.

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