Berufungsverfahren
Pound: Russland-Freispruch wäre «schreckliche Botschaft»

Lausanne (dpa) - Im Berufungsverfahren zur Sperre Russlands wegen der Manipulation von Dopingdaten sieht IOC-Mitglied Richard Pound die Sportwelt «an einem der wichtigsten Wendepunkte».

Montag, 02.11.2020, 12:24 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 12:28 Uhr
Hält eine Bestätigung der Strafe durch den Internationalen Sportgerichtshof Cas für Russland unumgänglich: Richard Pound. Foto: Sven Hoppe

Der Kanadier hält eine Bestätigung der Strafe durch den Internationalen Sportgerichtshof Cas für unumgänglich. «Entweder, wir bekommen das richtig hin, oder es wird das Signal ausgesendet, dass zu viele Menschen oder Organisationen nicht wollen, dass der Kampf gegen Doping erfolgreich ist», sagte das dienstälteste Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees der ARD-Dopingredaktion.

Seit Montag wird vor dem Cas der Einspruch Russlands gegen eine vierjährige Sperre verhandelt. Verhängt wurde der Bann von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), weil Russland die eingeforderten Dopingdaten aus dem Moskauer Labor aus den Jahren 2012 bis 2015 vor der Übergabe manipuliert haben soll.

Der Ausschluss würde, wenn er vom Cas bestätigt werden sollte, für die Sommerspiele 2021 Tokio und für die Winterspiele 2022 in Peking sowie für die Fußball-WM 2022 in Katar gelten. Russische Sportler dürften bei internationalen Ereignissen nur als neutrale Athleten antreten, wenn sie gewisse Anti-Doping-Bedingungen erfüllen.

Sollte das Cas die Sanktionen aufheben, würde dies «eine schreckliche Botschaft aussenden», warnte der 78 Jahre alte Pound, der einst der erste Präsident der Wada war. Er sehe aber auch «sehr viele enge Verbindungen zwischen Verbänden und Russland, alle achtsam durch die Russen gepflegt».

Die mündliche Verhandlung vor dem Cas soll bis Donnerstag abgeschlossen sein. Das Urteil wird aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.

© dpa-infocom, dpa:201102-99-176863/2

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