Fußball-Weltverband
FIFA plant Verschärfung der Regeln für Spielerberater

Bis zum Februar kommenden Jahres will die FIFA zu neuen, schärferen Bestimmungen für Spielerberater kommen. So soll eine Obergrenze für Provisionen eingeführt werden.

Freitag, 06.11.2020, 07:05 Uhr
Der Fußball-Weltverband will die vor fünf Jahren gelockerten Regeln für Spielerberater wieder verschärfen. Foto: Mike Egerton

Zürich (dpa) - Der Fußball-Weltverband FIFA will die vor fünf Jahren gelockerten Regeln für Spielerberater wieder verschärfen und damit für mehr Transparenz sorgen.

Wie der Verband in einer Videokonferenz mitteilte, hat am Donnerstag die dritte und abschließende Konsultationsrunde mit allen beteiligten Parteien begonnen. «Wir sind engagiert, einen Konsens und eine finale Vereinbarung zu erreichen», sagte Emilio García Silvero, Direktor der Rechtsabteilung der FIFA. An den Beratungen sind Spieler, Clubs, Ligen und Mitgliedsverbände ebenso beteiligt wie Spielerberater.

Den Angaben von García Silvero zufolge sieht der Zeitplan vor, dass die nun begonnenen Gespräche bis maximal Februar dauern, die neuen Regeln zwischen März und Juni vom FIFA-Council verabschiedet und im September 2021 weltweit eingeführt werden. Einer der Kernpunkte der neu gefassten Regularien für Spielerberater soll die Wiedereinführung eines Lizenzsystems sein. Die Lizenz könne nur durch die Teilnahme an Kursen erneuert werden. Ziel sei es, wieder mehr Professionalität zu erreichen.

«Das ist kein Projekt gegen die Berater, sondern für die Berater. Sie spielen eine wichtige Rolle im Fußballgeschäft», sagte García Silvero. Nicht alle Spielerberater seien glücklich damit, dass für die 2015 von der FIFA deregulierte Beratertätigkeit nun wieder verschärfte Bestimmungen gelten sollen. «Wir wollen ein System wieder installieren, das finanzielle Transparenz sicherstellt, und einen Standard an Grundversorgung einführen», sagte James Kitching, FIFA-Direktor Football Regulatory.

Weitere geplante Punkte sind die Einführung einer Obergrenze für Provisionen, um «übermäßige und missbräuchliche Praktiken zu vermeiden», wie es in einer FIFA-Mitteilung heißt. Überdies soll es untersagt werden, dass die Agenten gleichzeitig für andere beteiligte Parteien tätig werden, um Konflikten vorzubeugen. Für eine größere Transparenz bei den Finanzen will der Verband ein sogenanntes Clearing House aufbauen.

Im vergangenen Jahr hatten Spielerberater offiziell 653,9 Millionen US-Dollar (rund 560 Millionen Euro) verdient, laut FIFA-Angaben viermal mehr als noch 2015.

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