Taskforce Zukunft Profifußball
Klingbeil: Gehaltsobergrenze «muss europäisch kommen»

Die «Taskforce Zukunft Profifußball» befürwortet die Einführung einer Gehaltsobergrenzen im Profibereich. Doch der Weg dahin ist weit. Es müsste eine europäische Lösung her.

Donnerstag, 04.02.2021, 07:05 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 07:08 Uhr
Gehörte zur «Taskforce Zukunft Profifußball»: Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär. Foto: Kay Nietfeld

Berlin (dpa) - Eine Gehaltsobergrenze im Profifußball muss SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zufolge für die erfolgreiche Umsetzung in mehreren Ländern beschlossen werden.

«Die Salary Cap muss europäisch kommen, es geht da um den Wettbewerb», sagte der 42-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn in andere Clubs weiter die Millionen gesteckt werden, wird das nur in Deutschland nicht funktionieren. Das ist eine Debatte, die auch das Europäische Parlament führen könnte.»

Klingbeil war Teil der «Taskforce Zukunft Profifußball», deren Ergebnisse die Deutsche Fußball Liga am 3. Februar vorgestellt hatte. Der «Einsatz für Reformen auf europäischer oder globaler Ebene in Zusammenarbeit mit der Politik» gehört zu den 17 Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppe für die kommenden Monate und Jahre. Das gelte insbesondere auch für die «Deckelung von Spielergehältern», die im europäischen Fußball - im Gegensatz zu US-Sportarten - bislang nicht durchgesetzt werden konnte.

«Das ist echt ein dickes Brett. Es würde sich aber lohnen, darüber nachzudenken», hatte DFL-Chef Christian Seifert gesagt. Die Frage sei völlig berechtigt, warum es nicht gelungen sei, «in einer boomenden Branche an der größten Ausgabeposition irgendwie eine Lösung zu erzielen, die mit europäischem Recht noch vereinbar wäre». Selbst mit einer Salary Cap «würde man, glaub ich, immer noch recht gut verdienen», ordnete Seifert ein.

Klingbeil äußerte, er habe während der Konferenzen der Taskforce die Vereinsvertreter in Bezug auf das Gehalt und neue Beschränkungen für Spielerberater so verstanden, «dass ihnen die Ergebnisse den Rücken stärken, dass sie das innerhalb der internationalen europäischen Gremien vorantreiben wollen».

Bisher hatte das Argument, die Gehaltsbegrenzung sei nicht mit dem EU-Recht vereinbar, die Debatte meist schnell beendet. Durch die Corona-Pandemie hatte das Thema aber erneut Fahrt aufgenommen. Aleksander Ceferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union, hatte sich interessiert gezeigt, ohne dabei einen konkreten Zeitplan zu benennen. Eine Gehaltsobergrenze würde die Marktmacht der finanzstarken Clubs insbesondere in England stark einschränken - aber auch ausufernde Millionengehälter einbremsen. Zuletzt hatte ein Bericht über das angebliche Gehalt von Superstar Lionel Messi beim FC Barcelona für Aufregung gesorgt.

Mit den Ergebnissen der Taskforce-Arbeit zeigte sich Klingbeil derweil «wirklich zufrieden». Der SPD-Politiker hätte «zwischendurch auch nicht gedacht, dass man so weit kommt. Bei manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass es konkretere Ergebnisse gibt», sagte er. «Aber ich finde, es wurde an ganz vielen Stellen schon eine sehr klare Erwartungshaltung an die Profivereine formuliert.» Die große Prüfung komme nun bei der Umsetzung. «Wie gehen die Vereine und die DFL damit um? Ich glaube aber, sie kommen nicht umhin, diese Wertedebatte jetzt anzugehen und sich zu fragen, wie sich der Profifußball verändern muss», sagte Klingbeil.

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