Tokio-Spiele 2021
Ohne Ausländische Fans? Olympia-Macher ringen um Zuschauer

Ausländischen Olympia-Fans könnte die Reise zu den Sommerspielen in Tokio verwehrt bleiben. Dies soll Japans Regierung planen. Die Olympia-Macher betonen, alles für sichere Spiele zu tun.

Mittwoch, 03.03.2021, 13:32 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 13:34 Uhr
Digitaler Redebedarf wegen Corona: Olympia-Organisations-Chefin Seiko Hashimoto (vorne) und IOC-Präsident Thomas Bach. Foto: Du Xiaoyi

Tokio (dpa) - Für die Sicherheit der Sommerspiele in Tokio wollen die japanischen Gastgeber angeblich ausländische Zuschauer aussperren.

Dies strebe zumindest Japans Regierung mit Blick auf die anhaltend großen Bedenken in der Bevölkerung wegen der Verbreitung des Coronavirus an, schrieb die Zeitung «Mainichi» unter Berufung auf mehrere ungenannte Quellen. IOC-Präsident Thomas Bach betonte in einer Video-Schalte mit den Organisatoren, der Fokus müsse sich vor allem auf «sichere, geschützte und faire Wettbewerbe» richten. «Das ist der Kern der Olympischen Spiele», sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees.

Organisationschefin Seiko Hashimoto kündigte eine Entscheidung über die Zulassung ausländischer Zuschauer bis Ende März an. Ziel sei es, dass sich die japanischen Bürger mit den Spielen sicher fühlen. Dem Medienbericht zufolge wird noch geprüft, ob zumindest japanische Fans bei den Sommerspielen in den Arenen dabei sein dürfen und inwiefern die Zuschauerzahl begrenzt werden soll. Die Frage einer Beschränkung der Stadion-Kapazität werde bis Ende April geklärt, sagte Hashimoto.

Die für 2020 geplanten Spiele in Tokio waren im Vorjahr wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. In Japan sprach sich Umfragen zufolge zuletzt eine große Mehrheit für eine erneute Verlegung oder komplette Absage der Spiele aus. «Mainichi» zitierte eine Regierungsquelle mit den Worten: «Unter den aktuellen Umständen können wir keine Zuschauer aus dem Ausland akzeptieren.»

Noch im Dezember hatte das japanische Organisationskomitee bekräftigt, möglichst viele ausländische Besucher ins Land lassen zu wollen. Für sie solle eine generelle Maskenpflicht und das Gebot zur Nutzung einer Corona-Warn-App gelten. In den vergangenen Wochen verstärkten sich jedoch die Zweifel an diesen Plänen.

«Die Sicherheit steht an erster Stelle», sagte Tokios Gouverneurin Yoriko Koike am Mittwoch bei den Gesprächen der Olympia-Macher. IOC-Chef Bach betonte, die Maßnahmen gegen das Coronavirus seien der «Schlüssel für den Erfolg» der Tokio-Spiele.

Der 67-Jährige versicherte den japanischen Gastgebern, dass viele Sportler bereits mit einer Corona-Impfung zu den Sommerspielen in Tokio anreisen werden. Eine «beträchtliche Zahl» der 206 Nationalen Olympischen Komitees habe bereits Impfungen für seine Athletinnen und Athleten sichergestellt, sagte Bach. Eine weitere größere Menge von NOKs sei in guten Gesprächen mit den jeweiligen Regierungen, damit Olympia-Teilnehmer frühzeitig nach den Risikogruppen geimpft werden.

Japan selbst hatte deutlich später als andere Länder erst Mitte Februar mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga steht wegen ihres Krisenmanagements in der Corona-Pandemie schwer in der Kritik.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-668163/4

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