Weltcup in Altenberg
Glücklich ohne Sieg: Rodler Loch spürt WM-Vorfreude

Für Rekordweltmeister Felix Loch ist der dritte Platz beim Weltcup in Altenberg ein wichtiger Schritt in Richtung WM. Deutschlands Vorzeigerodler ist derzeit auch ohne Siege glücklich.

Sonntag, 12.01.2020, 14:05 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 14:08 Uhr
Sicherte sich nach einem Klasselauf Rang drei in Altenberg: Felix Loch. Foto: Matthias Rietschel

Altenberg (dpa) - Rekordweltmeister Felix Loch streckte noch auf dem Schlitten sitzend immer wieder seine geballte Faust nach oben. Nach seinem Klasselauf von Platz sieben auf drei beim Weltcup der Rodler in Altenberg sieht sich der einstige Seriensieger wieder auf dem richtigen Weg.

«Beim 13. Rennen zum zwölften Mal auf diesem Podest zu stehen, ist gar nicht so schlecht», sagte der 30 Jahre alte Berchtesgadener. Den Sieg sicherte sich Olympiasieger David Gleirscher aus Österreich.

Loch legt derzeit aber einen anderen Maßstab an. Nur hauchdünn war er im finalen Durchgang langsamer als der Russe Roman Repilow. Der Weltcupführende ist Topfavorit für die WM im Februar in Sotschi und dient Loch daher als Richtgröße. Auch Repilow hatte im ersten Lauf von Altenberg gepatzt, lag nur auf Rang 23 und wurde am Ende Zehnter. Ihm gelang eine ähnlich bemerkenswerte Aufholjagd wie Routinier Loch, der nach seiner Fahrt aufs Podium über die Bahn schwärmte: «Ich fahre von klein auf hier sehr gerne, sie ist mir ein bissl auf den Leib geschneidert.»

Nach sechs WM-Einzelsiegen und 14 internationalen Wettkampfjahren ist Loch auch ohne Siege glücklich. «Das Männerfeld ist in den letzten drei Jahren viel enger zusammengerückt, das macht die Sache viel interessanter», sagte Loch. Er betonte: «Man muss viel mehr fighten, um vorne dabei zu sein, das macht viel mehr Spaß, da hat man nie ein Motivationsproblem.»

Nach seinem Olympiasieg in Sotschi hatte er von 2014 bis 2016 jeweils sieben von zwölf Weltcup-Rennen gewonnen. Von solcher Dominanz ist Loch zwar weit entfernt, spürt aber weiter den Reiz des Eiskanals. «Jetzt freue ich mich auf die nächsten Rennen», sagte Loch.

Nach Platz zwei der Doppelsitzer Toni Eggert und Sascha Benecken holte Julia Taubitz am Sonntag ihren dritten Saisonsieg. «Insgesamt bin ich zufrieden, auch wenn noch kleine Fehler drin waren», sagte die 23-Jährige aus Oberwiesenthal. Nach zwei Läufen bezwang sie die im Weltcup führende Russin Tatjana Iwanowa mit 0,172 Sekunden Vorsprung. Dritte wurde die Italienerin Andrea Voetter.

Mit der Teamstaffel sind die deutschen Rodler auf Rang zwei gefahren. Mit Weltcupsiegerin Julia Taubitz, Weltmeister Felix Loch sowie den Doppelsitzer-Weltmeistern Toni Eggert und Sascha Benecken hatte das deutsche Team 0,013 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Russen. Auf Rang drei kam Italien. Der olympische Teamwettbewerb wurde bei der vierten Weltcupstation erst zum zweiten Mal in diesem Winter nach dem Auftaktrennen in Innsbruck ausgetragen. Damals hatte Italien vor Österreich und Deutschland gewonnen.

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