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Garmisch hofft auf Zuschlag für Ski-WM 2025

Mit fast fünfmonatiger Verspätung wird der Ausrichter für die alpine Ski-WM 2025 verkündet - per Livestream. Garmisch ist einer von drei Kandidaten, aber nicht der Favorit. Dabei haben die Oberbayern im Falle eines Zuschlags ein größeres Bauprojekt vor.

Samstag, 03.10.2020, 07:49 Uhr aktualisiert: 03.10.2020, 07:52 Uhr
Garmisch-Partenkirchen ist einer von drei Kandidaten, aber nicht der Favorit: Zielbereich der Kandahar-Abfahrt. Foto: Stephan Jansen

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Die Skiszene in Garmisch-Partenkirchen und Deutschland blickt am heutigen Samstag erwartungsvoll in die Schweiz.

Wobei, eigentlich schauen die Verantwortlichen daheim auf ihre Bildschirme, wenn um 17.30 Uhr in einem Livestream der Ausrichter der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2025 verkündet wird. Die Garmischer wollen zum dritten Mal nach 1978 und 2011 die WM ausrichten. Wegen der Corona-Pandemie teilt der Weltverband Fis mit Sitz am Thuner See den Sieger der Bewerbung nicht bei einem realen Event mit, sondern nur im Internet. Eine große Garmisch-Party ist ohnehin nicht geplant.

Die Oberbayern sind nämlich nur Außenseiter im Bewerbungsrennen mit Topfavorit Saalbach-Hinterglemm und Crans-Montana. Den Österreichern werden die besten Chancen eingeräumt, den Saisonhöhepunkt 2025 auszutragen. Weil der Skiort im Salzburger Land bei der Ausschreibung für die WM 2023 unterlegen war, dürfte er nun an die Reihe kommen - so lautet eine traditionelle, ungeschriebene Bewerbungsregel der Fis.

Außerdem setzt sich Peter Schröcksnadel als mächtiger Präsident des österreichischen Skiverbandes (ÖSV), international bestens vernetzter Funktionär und Mitglied des Fis-Vorstandes (Council), der in einer Abstimmung über die Vergabe entscheidet, stark für Saalbach ein.

Eigentlich hätte die WM schon beim Fis-Kongress im Mai in Thailand vergeben werden sollen, aber dieser wurde wegen Corona abgesagt. Nun findet alles online statt, auch die finalen Präsentationen der drei Ski-Orte. «Jeder hat die gleichen Bedingungen», sagte Garmischs Bewerbungschef Peter Fischer dem «Münchner Merkur» jüngst.

Die Bayern setzen in ihrer Bewerbung auf das Thema «Heroes of the Kandahar», also den Helden der altehrwürdigen Abfahrtsstrecke. Unter anderem die dreimalige Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch wurde kurzfristig noch als Botschafterin für ihren Heimatort gewonnen. Sie fühle sich «geehrt», schrieb die 35-Jährige zuletzt bei Instagram.

Sollte Garmisch die Überraschung schaffen, würden am Fuße der Zugspitze zum dritten Mal nach 1978 und 2011 Weltmeisterschaften stattfinden. Als Investition ist ein permanentes Ski-Stadion mit einem Fassungsvermögen von mindestens 10 000 Zuschauern geplant. Vorbild ist die für die WM 2013 in Schladming erbaute Arena, die jährlich beim Nachtslalom zigtausende Fans anlockt.

© dpa-infocom, dpa:201003-99-807478/2

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