Biathlon-Olympiasieger
Arnd Peiffer: Sorgen machen um die Sport-Zukunft

Berlin (dpa) - Für Biathlon-Olympiasieger Arnd Peiffer sind Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga aufgrund der Corona-Pandemie absolut gerechtfertigt.

Donnerstag, 05.11.2020, 03:50 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 03:52 Uhr
Hält Sportveranstaltungen ohne Zuschauer in der Corona-Krise für grundsätzlich richtig: Arnd Peiffer. Foto: Daniel Karmann

«Grundsätzlich können sie ja froh sein, dass sie ihre Saison so spielen können. Im Moment ist es, glaube ich, schwer zu rechtfertigen, dass man ein Stadion voll macht oder auch nur 2000 Leute reinlässt», sagte der 33-Jährige in einem Online-Pressegespräch.

Man müsse jetzt die Balance halten. «Man kann ja nicht an anderen Stellen sagen, der Vereinssport mit der Zehn-Mann-Herzsportgruppe darf nichts machen, aber ins Stadion dürfen 2000 Leute.» Dennoch sei der Ausschluss der Fans «natürlich schade, da sind wir uns, glaube ich, alle einig», meinte der Harzer.

Auch bei den Biathleten werden die Stadien in der am 28. November im finnischen Kontiolahti beginnenden Saison nicht im Ansatz so gefüllt sein wie gewohnt. Die beiden Weltcups Anfang Januar in Oberhof finden vor leeren Rängen statt, auch bei anderen Rennen droht ein solches Szenario. «Diese Saison müssen wir uns mit Corona arrangieren, und wenn ich die Wahl habe, gar keine Rennen zu laufen oder eben ohne Zuschauer, dann entscheide ich mich natürlich für die Rennen ohne Fans. Weil ich dann wenigstens meinen Job machen kann» sagte der fünfmalige Weltmeister.

Der Stopp im Amateursport bereitet Peiffer viel mehr Sorgen. «Man muss sich Sorgen machen um die Zukunft. Das sind die Jüngeren, die jetzt am meisten darunter leiden», sagte der Familienvater: «Ich glaube, wir werden diesen Effekt in ein paar Jahren spüren, wenn uns der Nachwuchs wegbricht.»

Im Biathlon zum Beispiel finden im zweitklassigen IBU-Cup bis Jahresende keine Rennen statt. «Für die zweite Reihe ist es bis Weihnachten, ich will jetzt nicht sagen ein Stück weit Perspektivlosigkeit, aber es sind nicht die internationalen Rennen am Horizont, die einen im Training die Motivation hoch halten lassen», sagte Peiffer.

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