Politikum
Tunesien verbietet Superheldinnen-Film «Wonder Woman»

Eine nationalistische tunesische Partei wirft der 32-jährigen israelischen Schauspielerin Gal Gadot, Hauptdarstellerin der Comicverfilmung, vor, sie sei an israelischen Angriffen auf den Gazastreifen beteiligt gewesen. Das nordafrikanische Land unterhält keine diplomatischen Beziehungen mit Israel.

Mittwoch, 07.06.2017, 16:34 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.06.2017, 16:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 07.06.2017, 16:34 Uhr
Gal Gadot bei der «Wonder Woman»-Weltpremiere Ende Mai in Los Angeles. Foto: Jordan Strauss

Tunis (dpa) - Nach dem Libanon hat auch ein Gericht in Tunesien den US-Film «Wonder Woman» verboten. Eine nationalistische tunesische Partei hatte gegen die Verbreitung des Films geklagt und bekam am Mittwoch vor Gericht Recht.

Die Partei wirft der 32-jährigen israelischen Schauspielerin Gal Gadot, Hauptdarstellerin der Comicverfilmung, vor, sie sei an israelischen Angriffen auf den Gazastreifen beteiligt gewesen.

Die frühere «Miss Israel» Gadot leistete zwei Jahre Wehrdienst in der israelischen Armee. In Tunesien sollte der Film mit Gadot als Amazonenprinzessin am Mittwoch anlaufen. Das nordafrikanische Land unterhält keine diplomatischen Beziehungen mit Israel. Das libanesische Innenministerium hatte den Film vergangene Woche verboten.

Deutscher Filmstart ist der 15. Juni. Bei seinem US-Start erfüllte der Superheldinnen-Film die hohen Erwartungen. Mit Einnahmen von 100,5 Millionen Dollar (89,1 Mio Euro) eroberte er die Spitze der Kinocharts in den USA und Kanada. «Wonder Woman» dreht sich um die Heldin Diana Prince von der Insel der Amazonen, wo Frauen regieren und es keine Männer gibt. Weltweit spielte «Wonder Woman» sogar 223 Millionen Dollar (198 Mio Euro) ein.

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