Eine Frage der Balance
Whitney Museum: Calder-Mobiles wieder in Bewegung

Alexander Calder brachte mit seinen Mobiles die Bewegung in die Kunst. Wegen ihrer Fragilität werden Kunstwerke jedoch meist statisch präsentiert - aber nicht überall.

Donnerstag, 08.06.2017, 12:20 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.06.2017, 12:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.06.2017, 12:20 Uhr
Ein kleiner Stupser an der richtigen Stelle.  Foto: Christina Horsten

New York (dpa) - Die berühmten Mobiles des US-Künstlers Alexander Calder (1898-1976) kommen dank des New Yorker Whitney Museums wieder in Bewegung.

Ab Freitag zeigt das Museum im Süden Manhattans mehr als ein Dutzend der fragilen bunten Stücke, die dann mehrmals täglich von Museumsmitarbeitern händisch zum Schaukeln gebracht werden. Um die Kunstwerke zu schützen, werden Calders Werke heutzutage normalerweise meist statisch gezeigt.

«Man muss verstehen, wie die Werke konstruiert sind, wo die guten Stellen zum Anstoßen sind und wo man nicht anstoßen darf. Man muss die Balance der Werke verstehen», sagte ein Museumstechniker der Deutschen Presse-Agentur bei einer Vorbesichtigung, während er mit einer Art gigantischem Wattestäbchen ein von der Decke hängendes Mobile zum Schaukeln brachte.

«Dieser Mann macht mich nervös», sagte Alexander Rower, Chef der Calder-Stiftung und Enkel des Künstlers. «Er macht das sehr bewusst und sehr gut, aber natürlich macht es mich trotzdem nervös. Manche von diesen Werken sind extrem fragil.» Die Ausstellung sei «außergewöhnlich», sagte Rower, «denn sie schafft etwas, was bisher keine Schau geschafft hat, außer vielleicht zu Lebzeiten meines Großvaters: Sie zeigt die Werke echt.»

Calder gilt als einer der bedeutendsten US-Künstler des vergangenen Jahrhunderts. «Aber für mich war er einfach mein Großvater, ich war 13 Jahre alt, als er starb», erinnert sich Rower. «'Komm, setz dich auf meine Knie, ich bastele dir mit einer Zange eine Skulptur aus Draht' - so war er.»

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