Hundeprofi Martin Rütter plädiert für den unerzogenen Hund
Alles nur eine Frage der Intelligenz

Münster -

Kommt der Hund nicht, wenn er gerufen wird, zieht er an der Leine oder geht er alleine auf die Jagd? Wer ist schuld an den Problemen? Fragen, die Hundeprofi Martin Rütter nur zu gerne beantwortet. Als Anwalt der Hunde gastierte er mit seinem Programm „Freispruch!“ in der Halle Münsterland.

Freitag, 07.02.2020, 17:20 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 18:47 Uhr
Der Hundeprofi Martin Rütter unterhielt sein Publikum in der Halle Münsterland mit seinem Programm „Freispruch!“, in dem er Hundebesitzern auf humorvolle Weise den Spiegel vorhielt. Foto: Wilfried Gerharz

„Im Hunderudel hat der Intelligenteste das Sagen“, erklärte Rütter. „Wenn Sie das nicht sind, haben Sie ein Problem.“ Dabei könne Hundeerziehung so einfach sein – Konsequenz reiche.

Ein einziges Kommando reicht

Grundsätzlich müsse ein Hund nur ein einziges Kommando beherrschen: Wird er gerufen, muss er kommen. Dafür sollte aber nicht das Wort „komm“ benutzt werden. Das sei ein Wort, dass viel zu oft im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet werde. „Bei uns im Rheinland sagen wir auch schon einmal ,komm geh‘ wech‘ – was soll der Hund sich dabei denken?“

Vor allem Frauen empfahl Rütter, nicht zu viel auf den Hund einzureden. „Bei einem Fall mussten wir dem Hund, um ihn komplett zu retten, einen neuen Namen geben, weil der überhaupt nicht mehr wusste, was seine Besitzer von ihm wollten.“ Dem Hund sei es übrigens völlig egal, wie er heiße. „Sie dürfen Ihren Rüden auch gerne ,Dagmar‘ nennen, das stört ihn nicht.“

Wer dann mit Dagmar zur Begleithundeprüfung geht, sollte sich nicht wundern, dass dort der Prüfer verlangt, dass der Hund immer links geführt wird. Der Grund sei einleuchtend, so Rütter. „Rechts wird das Gewehr getragen.“ Das müssten aber weder Hund noch Herrchen verstehen, sondern solle einfach nur gemacht werden – weil es so in der Prüfungsordnung steht. Für in der Prüfung perfektes „bei Fuß gehen“ empfahl Rütter das Tragen einer Cordhose. In den Ritzen lasse sich perfekt Leberwurst verstreichen, sodass der Hund seinem Herrchen nicht mehr von der Seite weicht.

Spiegel vorgehalten

Rütter hielt seinem Publikum auf humorvolle Weise den Spiegel vor. Bei seinen Fällen, für die der Hund angeklagt war, konnte sich garantiert immer jemand wiedererkennen. Der Hund, der Kaninchen jagt, bei dem der Besitzer ruft, „Das ist doch nur der Mucki“: So heißt das Hauskaninchen – und der Vierbeiner soll wissen, dass Mucki als Futter nicht in Frage kommt? Die Dogge, die ihren Besitzer zur Verzweiflung bringt, weil sie beim Abendessen sabbernd den Kopf auf den Tisch legt, obwohl sie doch „nie etwas vom Tisch bekommt“. Auch sie wurde freigesprochen – wahrscheinlich, weil sie im Rudel die intelligenteste ist.

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