Festspiele gehen von einem weitgehend ungestörten Sommer aus
Salzburg will es 2021 wissen

Münster/Salzburg -

Salzburg hat Corona 2020 zum Jubiläumsjahr getrotzt. Mit einer abgespeckten Festspiel-Variante. Jetzt hofft die Festspielleitung, dass im Sommer 2021, wenn die zweite Hälfte des Jubiläumsprogramms zum 100-jährigen Bestehen ansteht, möglichst viel normaler Spiel- und Bühnenbetrieb möglich ist.

Mittwoch, 09.12.2020, 19:28 Uhr
Lars Eidinger und Verena Altenberger standen bereits gemeinsam vor der Kamera. Nun spielen sie ab 2021 im Salzburger „Jedermann“. Foto: imago

Während rund um Salzburg die Welt bereits im Schnee ertrinkt, erwärmen sich die Festspiele bereits für den kommenden Sommer. In der offenbar bewusst gepflegten Hoffnung, dass die „Normalität“ nach Corona auch wirklich pünktlich zum Hochsommer um sich greift. Mit der Festlegung der Jedermann-Premiere am 17. Juli 2021 steht zugleich fest, dass die Sommerfestspiele zu ihrem Sechs-Wochen-Rhythmus zurückkehren, also die zweite Julihälfte und den kompletten August belegen wollen. Dies bestätigte Pressesprecher Simon Kerschner gegenüber unserer Zeitung.

Im Corona-Jahr 2020 hatten die Salzburger Festspiele die vergleichsweise komfortable Situation für sich genutzt, die Sommerfestspiele in die Corona-Flaute August verlegen zu können. Zwei Wochen später, zugleich zwei Wochen kürzer, das schien machbar zu sein und führte im Endergebnis zu einem Vorzeige-Festival, das dank aufwendigen und ausgeklügelten Testsystems für die Akteure und ebenso akkurat angewendetem Hygiene- und Abstandsreglement reibungslos und coronafrei verlief.

Das neue Programm für die Sommerfestspiele ist schon im Druck, und es gilt, den 100. Geburtstag der 1920 aus der Taufe gehobenen Festspiele ins zweite Jahr hin­ein zu verlängern. 70 000 Programm-Exemplare sollen voraussichtlich noch vor den Feiertagen und vor Neujahr bei den treuen Kundinnen und Kunden der Salzburger Festspiele eintreffen. An diesem Donnerstag, 10. Dezember, soll das Programm 2021 online auf www.salzburgfestival.at zu studieren sein.

Wie versprochen werden die Festspiele jene Produktionen in Oper, Theater und Konzert, die 2020 nicht zur Aufführung kommen konnten, im kommenden Sommer zeigen und damit das Jubiläum der Salzburger Festspiele bis in den Frühherbst 2021 verlängern.

Salzburg investiert

 

...

Damit die Festspielfreunde ohne Zeitdruck planen und gleichzeitig die Entwicklung der Corona-Pandemie länger beobachten können, wurde der Bestellstichtag merklich später als üblich festgesetzt, nämlich auf den 28. Februar 2021. Von diesem Stichtag an sind die Bestellungen verbindlich, und die Festspiele wollen sich bemühen, diese so rasch wie möglich zu bearbeiten. Sollte allerdings der Besuch der vorbestellten Programmpunkte auf Grund behördlicher Maßnahmen (Quarantäne) nicht möglich sein, dann kann man stornieren und wird den Kaufpreis zurückerhalten. „Aber wir hoffen doch alle, dass wir mit den Impfungen die Pandemie vertreiben können!“, heißt es in einer Mitteilung des Direktoriums der Festspiele, Helga Rabl-Stadler, Markus Hinterhäuser und Lukas Crepaz.

Mit der neuen, gewissermaßen rotierenden „Jedermann“-Besetzung haben die Festspiele bereits im Ablauf der vorigen Woche für Aufmerksamkeit gesorgt. Lars Eidinger aus Berlin dürfte einen besonders rätselhaft- hintergründigen Jedermann spielen. Buhlschaft Caroline Peters, mit der laut Festspiel-Sprecherin Ulla Kalchmair in großem Einvernehmen vereinbart worden war, dass sie die Buhlschaft im Jubiläumsjahr 2020 sei, macht den Platz für die junge Salzburgerin Verena Altenberger frei.

Als Zeichen der Zeit in puncto Geschlechtergerechtigkeit mag man werten, dass Edith Clever, bislang Jedermanns Mutter, nun für Routinier Peter Lohmeyer in die Rolle des Todes schlüpft. Als „Mutter“ folgt Bühnenlegende Angela Winkler nach. Mavie Hörbiger, die bislang die „Guten Werke“ verkörperte, darf an Stelle von Gregor Bloéb den Teufel spielen.    

Nachrichten-Ticker