Vorurteile
Rassismus in Deutschland: «Unter Weißen»

Er hält der Mehrheitsgesellschaft den Spiegel vor. Der «Zeit»-Journalist Mohamed Amjahid schreibt über den alltäglichen Rassismus.

Dienstag, 18.04.2017, 10:12 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.04.2017, 10:07 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.04.2017, 10:12 Uhr

München (dpa) - «Rassismus muss man sich erst mal leisten können», heißt ein Schlüsselsatz in Mohamed Amjahids Buch, denn: «Nur wer relativ zu anderen privilegiert ist, kann überhaupt rassistisch handeln.» Die meisten Deutschen aber - jedenfalls die mit weißer Hautfarbe, ohne ausländische Wurzeln -, sind sich ihrer Privilegien gar nicht bewusst.

Der «Zeit»-Journalist dagegen hat immer wieder mit Alltagsrassismus zu tun. Dabei spricht er perfekt Deutsch, er ist zum Teil in Deutschland aufgewachsen und lebt seit acht Jahren wieder hier. Aber er sieht eben nicht wie ein «Biodeutscher» aus und hat einen marokkanischen Pass. Das genügt, um ihn der Polizei verdächtig erscheinen zu lassen oder sich blöde, verletzende Sprüche anhören zu müssen. In seinem Buch hält Amjahid unserer, sich so aufgeklärt gebenden Gesellschaft den Spiegel vor. Es ist kein schönes Bild, das wir da sehen. Aber ein Perspektivwechsel kann lehrreich sein. Amjahid zeigt, dass alte Vorurteile weiter bestehen und in Zeiten der Migration und des Terrors leider noch neue dazugekommen sind.

Mohamed Amjahid: Unter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein, Hanser Verlag, Berlin, 188 Seiten, 16,00 Euro, ISBN 978-3-446-25472-5

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