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Ein klassischer Weihnachtskrimi: «Die Morde von Mapleton»

Ein Haus auf dem Land, eine Weihnachtsfeier mit Familie und Gästen. Und dazu mysteriöse Todesfälle. Brian Flynn hat in seinem Roman «Die Morde von Mapleton» alle Zutaten für einen Weihnachtskrimi zusammen.

Dienstag, 10.12.2019, 14:53 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 14:56 Uhr
Weihnachtskrimi «Die Morde von Mapleton» von Bryan Flynn. Foto: -

Berlin (dpa) – Alles ist bereit für eine schöne Feier am Heiligabend im Landhaus von Sir Eustace Vernon in der Nähe des kleinen Ortes Mapleton. Mitten in einer rundum gelungenen Feier lässt der Brite Brian Flynn seinen Krimi «Die Morde von Mapleton» beginnen.

Die Gäste vergnügen sich und haben Spaß mit den Knallbonbons, die in den englischsprachigen Ländern traditionell zu Weihnachtsfeiern gehören.

Dann geschieht etwas Unerwartetes: «Urplötzlich nahm Sir Eustace' Gesicht die Farbe von Zigarrenasche an, und in seinen Augen stand eine unerklärliche Angst.» Schon nach ein paar Seiten ist klar, dass diese Feier kein glückliches Ende nehmen wird.

Und tatsächlich erschüttert schon wenige Minuten später ein Schrei die Gäste: «Ein Schrei der Angst – und mehr als nur gewöhnlicher Angst. Panik sprach aus ihm und darüber hinaus das schiere Entsetzen.» Und tatsächlich entdecken die Gäste eine Leiche. Allerdings ist der Tote nicht der Gastgeber, der die Feier überstürzt verlassen hatte. Bei dem Toten handelt es sich um den Butler. Bei der Leiche wird ein Knallbonbon gefunden. Und schon bald verrät die Leiche ein überraschendes Geheimnis.

Auch Sir Eustace wird gefunden. Die zum Landhaus gerufenen Polizisten entdecken seine Leiche in der Nähe eines Bahnübergangs. War es ein Unfall oder Selbstmord? Bevor die Ermittler diese Frage beantworten können, wird auch an dieser Leiche ein Knallbonbon mit einer düsteren Botschaft gefunden.

Die Ermittler stehen vor immer neuen Rätseln. Auch wenn der Polizeichef von Mapleton persönlich ermittelt und in dem jungen Anthony Bathurst einen äußerst intelligenten und aufmerksamen Assistenten an seiner Seite hat, so verzweifelt er doch fast an den vielen falschen Fassaden und überraschenden Informationen.

Brian Flynn (1885–1958) veröffentlichte «Die Morde von Mapleton» im Jahr 1929. Damit gehört das Buch in das Zeitalter der großen klassischen Krimiautoren wie Agatha Christie und Arthur Conan Doyle. Wie diese, so lässt auch Flynn seine Leser miträtseln, wer denn nun der Täter war und aufgrund welcher Details der Fall gelöst werden kann. Allerdings ist der Erzählstil weitaus gemächlicher und auch umständlicher, als es modernen Krimis üblich ist.

«Hier stimmt etwas Wesentliches nicht. Wir übersehen etwas Entscheidendes», klagt Bathurst mitten in seinen Untersuchungen. Cleverer zu sein als die Ermittler und den Fall vor ihnen zu durchblicken, war immer ein Teil des Reizes der klassischen britischen Krimis. In «Die Morde von Mapleton» verbindet Brian Flynn die Krimihandlung sehr geschickt mit den Traditionen der Weihnachtsfeierlichkeiten.

- Brian Flynn: Die Morde von Mapleton. DuMont Buchverlag, Köln, 316 Seiten, 18,00 Euro, ISBN 978-3-8321-8106-2

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