Debütroman
Krimi und Gesellschaftsporträt: «In der Hitze eines Sommers»

Zwei Kinder verschwinden und werden bald darauf tot aufgefunden. War es die Mutter?

Dienstag, 03.11.2020, 14:53 Uhr

Berlin (dpa) - Ins New York des Jahres 1965 führt Emma Flint in ihrem ersten Roman «In der Hitze eines Sommers».

Im Mittelpunkt der Geschichte, die auf einem wahren Vorfall beruht, steht die junge, unkonventionelle Ruth Malone. Sie streitet sich mit ihrem Ex-Mann um die beiden Kinder, arbeitet in einer Bar, vernachlässigt ihren Haushalt, achtet sehr auf ihr Äußeres und hat mehrere Liebhaber.

Diese Außenseiterrolle wird ihr zum Verhängnis, als eines Nachts ihre Kinder verschwinden und bald danach tot aufgefunden werden. Für die Nachbarn, die Sensationspresse und bald auch die Polizei ist klar, dass Ruth für die Tragödie verantwortlich sein muss. Ein Reporter glaubt nicht an diese Erklärung und versucht, selbst die Morde aufzuklären. Flint gelingt es überzeugend, die Vorurteile der amerikanischen Gesellschaft der frühen 60er Jahre und die dadurch erzeugte geistige Enge darzustellen.

Flint hat die Krimihandlung gut in den Roman eingebaut, aber das Gesellschaftsporträt steht eindeutig im Vordergrund ihres Interesses.

- Emma Flint: In der Hitze eines Sommers. Piper Verlag, München, 416 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-492-06160-5.

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