Büchner-Preisträger
Keine Corona-Hilfe für Schriftsteller Arnold Stadler

Er habe sich wohl zu sehr auf Wörter wie «formlos» und «unbürokratisch» verlassen, sagt Arnold Stadler über seine persönliche Erfahrung mit einem Antrag auf finanzielle Unterstützung. Doch das Amt belehrte ihn eines Besseren.

Dienstag, 02.02.2021, 12:35 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 12:38 Uhr
Der Schriftsteller Arnold Stadler. Foto: Rolf Haid

Meßkirch (dpa) - Der renommierte Schriftsteller und Büchner-Preisträger Arnold Stadler hat angesichts abgesagter Lesungen zu Pandemiebeginn eine staatliche Corona-Hilfe beantragt - nach eigenen Worten ohne Erfolg.

«Ich dachte, ich hätte als selbstständiger, umsatzsteuerzahlender, prosperierender Ein-Mann-Betrieb ein Recht darauf», sagte der 67-Jährige dem «Südkurier» (Dienstag). «Aber das wurde abgelehnt, mit einer Automatenantwort. Das liegt aber auch an mir Bürokratiemuffel, der nicht einmal einen Corona-Soforthilfe-Antrag stellen kann. Ich verließ mich wohl zu sehr auf Wörter wie «formlos» und «unbürokratisch».»

Erneut werde er eine solche Corona-Hilfe wohl nicht mehr beantragen, auch wegen seines Alters. Vor allem wolle er aber nach eigenen Worten seine Verantwortung nicht auf andere abwälzen: «Wie ich höre, haben diese Hilfe Tausende von Einmann-Einfrau-Betrieben bekommen, die etwas lebenstüchtiger sind als ich, und selbstverständlich die Lufthansa.»

Der in Meßkirch im Kreis Sigmaringen geborene und mehrfach ausgezeichnete Stadler hatte 1999 den bedeutendsten deutschen Literaturpreis, den Georg-Büchner-Preis, erhalten. Sein neuestes Buch mit dem Titel «Am siebten Tag flog ich zurück. Meine Reise zum Kilimandscharo» soll im März erscheinen.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-264462/2

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