Neue Wege
Tanztheater Pina Bausch erweitert Repertoire

Wie geht es beim Tanztheater in Wuppertal weiter? Mit Adolphe Binder gibt es eine Intendantin, die nicht aus dem Umfeld der berühmten Pina Bausch stammt. Das Ensemble will den Spagat wagen zwischen neuen Inszenierungen und den gefeierten Werken von Pina Bausch.

Freitag, 09.06.2017, 16:20 Uhr

Die Kulturmanagerin Adolphe Binder. Foto: Caroline Seidel

Wuppertal (dpa) - Das Tanztheater Pina Bausch beschreitet neue Wege und zeigt in der Saison 2017/18 auch zwei Uraufführungen von Gastchoreographen.

Der griechische Maler und Choreograph Dimitris Papaioannou sowie der Norweger Alan Lucien Øyen inszenieren jeweils ein Stück, sagte die neue Intendantin und künstlerische Leiterin, Adolphe Binder, am Freitag bei der Vorstellung des neuen Spielplans in Wuppertal. Die Arbeiten sollen im Mai und Juni 2018 in Wuppertal Premiere haben und fest in das Repertoire des über 30-köpfigen Ensembles aufgenommen werden.

Das Werk von Pina Bausch werde aber immer der Kern des Tanztheaters bleiben, unterstrich Adolphe Binder. Die Compagnie wird vor allem weiterhin Stücke der 2009 gestorbenen Choreographin aufführen, die das Ensemble jahrzehntelang geprägt hat. So stehen in der nächsten Spielzeit acht Bausch-Stücke im Spielplan.

Mit der 48 Jahre alten Kulturmanagerin Binder hat das weltberühmte Tanztheater erstmals eine Leitung, die nicht aus den Reihen der Compagnie entstammt. «Die Werke sind sehr heutig», sagte Binder über das Werk von Pina Bausch. Es gelte «den wertvollen Schatz stark und dynamisch zu halten und gleichzeitig mit spannenden Künstlern Neues zu erfinden».

Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) verwies auf die große Bedeutung des Ensembles für die chronisch finanzschwache Industriestadt. «Die Stadt hat immer zum Tanztheater gestanden und wird auch dazu stehen.» Nach dem Tod von Pina Bausch sei es zunächst um Kontinuität gegangen. «Jetzt ist es Zeit, neue Schritte zu gehen», sagte der Oberbürgermeister. Das Ensemble wolle auch stärker in seine Heimatstadt hinein wirken und sich unter anderem für Schulen und Workshops für Laien öffnen.

In der nächsten Saison wird die Truppe mit mehr als 30 Tänzern in Wuppertal das Bausch-Stück «Die sieben Todsünden» neu einstudieren. Auch die Stücke «1980» und «Masurca Fogo» kommen wieder auf die Bühne. Die Compagnie geht auf Tournee unter anderem mit den Stücken «Café Müller» und «Nelken». Internationale Gastspiele sind unter anderem in New York, Ottawa, Antwerpen, Taipeh, London und Paris geplant.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4915568?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947955%2F947961%2F3314072%2F
Familie kämpft gegen Schimmel in gemietetem Haus
Klaus Baveld von „Menschen in Not“ begutachtet den Schaden.
Nachrichten-Ticker