TV-Tipp
Blaumacher

Midlife-Crisis trifft Coming of Age: In der neuen Serie «Blaumacher» bei ZDFneo soll es um die ewige Frage nach dem Sinn des Lebens gehen. Der Sechsteiler schwankt zwischen Komödie und Drama.

Mittwoch, 07.06.2017, 00:04 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.06.2017, 00:01 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 07.06.2017, 00:04 Uhr
Die Familie sitzt gemeinsam am Esstisch: Carmen (Lisa Martinek, r) und Frank (Marc Ben Puch, 2.v.l.) mit den beiden Kindern Becky (Runa Greiner, 2.v.r.) und Max (Jannis Schmidt). Foto: Daniela Incoronato

München (dpa) - Der Mittvierziger Frank (Marc Benjamin Puch, «Türkisch für Anfänger») hat alles erreicht, was er erreichen wollte - und fühlt sich gefangen in seinem Leben.

Die 19-jährige Sascha (Laura Berlin, «Liebe geht durch alle Zeiten») sucht unter dem Druck ihrer Eltern noch ihren Weg - und weiß wie Frank nicht, wie viel Zukunft ihr überhaupt noch lieb ist. Die ZDFneo-Serie «Blaumacher» bringt die beiden ab Mittwoch (7. Juni, 21.45 Uhr) in sechs Folgen zusammen und versucht sich mit schwarzem Humor und einer Mini-Portion Drama an den großen Fragen des Lebens.

Los geht's mit einem lauten Knall. Doch als Frank im Keller liegt und seine Hand ableckt, schmeckt er selbst gemachte Erdbeer-Rhabarber-Marmelade statt Blut; er ist gerade am Selbstmord mit einer Schrotflinte gescheitert. «Wenn man damit nicht trifft, will man nicht sterben», wirft ihm Sascha an den Kopf, als sie plötzlich vor der Haustür ihres Nachbarn steht.

Die beiden kennen sich bisher nicht und ahnen damit auch wenig von den Problemen des anderen. Während der eine nicht weiß, wie er seinem Leben noch einmal Pep verleihen soll, fällt Sascha schon der Start schwer. Wie Frank spielt auch die 19-Jährige mit Selbstmordgedanken. Die beiden sind sich schnell sympathisch und entdecken ihre gemeinsame Sympathie für die Band Nirvana. Sascha gibt Frank wieder das Gefühl, wahrgenommen zu werden. Das alles führt aber zu einem neuen Problem.

Und zwar erst einmal nur zu einem - das ist für die kurze Serie mit gerade einmal sechs halbstündigen Episoden sehr gut. Es gibt eine überschaubare Zahl an Personen und auch nicht zu viele Stränge, die miteinander verknüpft werden müssen. Doch leider nutzt die Serie der Regisseure Pia Strietmann («Tage, die bleiben») und Maurice Hübner («Kimono») diesen Raum nicht, um der Geschichte und den Charakteren die nötige und mögliche Tiefe zu verleihen.

Stattdessen wirkt in «Blaumacher» alles etwas diffus. Das Drehbuch von Bernd Lange und Sebastian Heeg pendelt zwischen schön-schwarzem bis etwas albernem Humor und Zügen eines Dramas. Große Themen wie Erfolgsdruck, Doppelmoral, die Midlife-Crisis und der Sinn des Lebens werden dadurch nur oberflächlich angeschnitten.

Am auffälligsten wird das an den beiden Hauptdarstellern Frank und Sascha. Deren Gefühle, die zwischen Selbstmordgedanken und der Lust schwanken, doch noch mal aus den Ketten des Alltags auszubrechen und sich wie ein Rockstar zu fühlen, erscheinen nicht glaubwürdig. Oder erlebt man vielleicht genau diesen Zustand, wenn das Leben ein Gefängnis geworden ist und alles in einem nach Abenteuer und Rebellion ruft?

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