TV-Tipp
The Voice of Germany

Auch in der zehnten «The Voice of Germany»-Staffel geht es harmonisch zu. Die Kandidaten und berühmten Coaches respektieren sich. Umarmen dürfen sie sich diesmal aber nicht.

Donnerstag, 08.10.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 00:04 Uhr
Das Logo der SAT.1 und ProSieben Musikshow "The Voice of Germany". Foto: Jens Kalaene

Berlin (dpa) - Castingshow-Kandidaten, die durchweg gut singen können, respektvoll behandelt werden und die die Jury zunächst nicht sehen kann: All das ist neu, als 2011 «The Voice of Germany» startet. Noch heute gehört das Format zu den Quotenhits der ProSieben/Sat.1-Gruppe.

An diesem Donnerstag (20.15 Uhr) startet mit den «Blind Auditions», bei der die Coaches den Teilnehmern zunächst den Rücken zudrehen, bereits die zehnte Staffel.

In den Jubiläumsausgaben, die donnerstags auf ProSieben und sonntags in Sat.1 laufen, ist einiges neu und dem Anlass entsprechend spektakulär. Das fängt bei der Eröffnungssequenz an, in der die prominenten Coaches einen Song von Coldplay anstimmen - auf dem Studiodach und mit reichlich Pyro untermalt.

Außerdem kämpfen diesmal so viele Musiker um die besten Talente, wie noch nie. Neben Dauerbrenner Mark Forster und Neuzugang Nico Santos sind zwei Zweierteams am Start, die die «Voice»-Fans aus früheren Staffeln kennen: Stefanie Kloß von Silbermond und Yvonne Catterfeld, sowie Rea Garvey und Sunrise-Avenue-Frontmann Samu Haber. Außerdem gibt Michael Schulte ausgeschiedenen Kandidaten in der «Comeback Stage», die im Internet zu sehen ist, eine zweite Chance.

Schulte, der 2018 mit seiner Ballade «You Let Me Walk Alone» den vierten Platz beim Eurovision Song Contest belegte, gehörte wie Popsänger Max Giesinger zu den Finalisten der «Voice»-Premiere. 

«Die erste Staffel war damals nach einigen Jahren der Musikshow-Dürre wieder ein richtiges Event im Fernsehen», sagt Mark Forster im dpa-Gespräch. «Vor allem mit der Grundhaltung, den Talenten mit Respekt zu begegnen, nur die besten Musiker auf die roten Stühle zu lassen und nur Talente auf die Bühne zu holen, die auch singen können.»

In der Tat: Bei ähnlichen Formaten wie «Popstars» oder «Deutschland sucht den Superstar» beleidigten die Juroren einige Nachwuchssänger regelrecht. Auch die oft dramatischen Schicksale der Kandidaten wurden zum Teil thematisiert.

Bei «The Voice of Germany» geht es dagegen so kuschelig zu, dass die Harmonie nach Ansicht einiger Zuschauer schon mal übertrieben wirkt. Die kritischen Töne von Rapper Sido im letzten Jahr waren da eher die Ausnahme. 

In der von Thore Schölermann und Annemarie Carpendale moderierten Jubiläumsstaffel sind nicht nur frühere Coaches zu sehen, sondern auch zehn altbekannte Kandidaten, die «All Stars».

Einen richtigen Durchbruch schafften aber nur die wenigsten der 1500 «Voice»-Teilnehmer. «Der Gewinn bedeutet nicht automatisch, dass man ein Superstar wird. Aber die Teilnahme kann ein Anfang sein, weil man hier eine Menge lernt», erklärt der 37-jährige Forster («Übermorgen»).

Und Kollegin Kloß ergänzt: «Die Talente sammeln hier in kurzer Zeit so viele Erfahrungen, wie wir als Band in zehn Jahren. Sie spielen mit einer unfassbar guten Band, lernen, wie sie sich auf einer Bühne präsentieren, die Aufregung verlieren und erhalten Stimmtraining.»

Das alles geschieht in diesem besonderen «Voice»-Jahr unter strengen Hygieneregeln. So müssen die Musiker hinter den Kulissen Masken tragen, auf der Bühne Abstand halten und dürfen sich nicht in den Arm nehmen. 

Für Spaßvogel Forster, der zuvor bereits neunmal bei «The Voice of Germany» sowie den Ablegern für Kinder und Senioren dabei war, ist das aber kein Problem. «Es herrscht überall ein Geist der Dankbarkeit, dass wir das alles machen können. Wenn ich hier bin, vergesse ich ein bisschen die Corona-Zeit.»

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