Folge „In der Familie II“
Radikal anderer Tonfall im Tatort

Nach Ermittlungen im mafiaverseuchten Ruhrgebiet ging es im zweiten Teil des „Jubiläums-Tatorts“ nach München - und noch tiefer hinein in den Sumpf des organisierten Verbrechens. Der zweite Teil von „Inder Familie“ war ganz anders als der erste, aber nicht weniger packend.

Montag, 07.12.2020, 09:12 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 09:23 Uhr
Sofia Modica (Emma Preisendanz) und ihr Vater Luca (Beniamino Brogi) sind in Mafia_Geschäfte verwickelt. Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

Wer eine schlichte Fortführung der Ereignisse der Vorwoche erwartet hatte, wurde positiv überrascht. Die aus Münster stammende Regisseurin Pia Strietmann lieferte keinen Nachklapp zur ersten Hälfte, sondern schlug einen radikal anderen Tonfall an. Gab es bei Dominik Graf eine eher klassische Krimihandlung , präsentierte Strietmann ein waschechtes Mafia­drama. Statt auf der Polizeiarbeit lag der Fokus darauf, wie Sofia (Emma Preisendanz) und Vater Luca Modica (Beniamino Brogi) ihre je ganz eigene Hölle durchschritten.

Streng genommen folgte der Plot nur einer typischen „Verbrechen lohnt sich nicht“-Moral, in der Luca für seine Handlungen aus dem ersten Teil büßen musste. Doch Brogi und Preisendanz fesselten mit mitreißenden Darbietungen, in die sich Paolo Sassanelli als sinistrer Pate hervorragend einfügte. Zusätzliche Spannung erzeugte Strietmann durch geschickte Kameraeinstellungen. Mal blickte die Linse lauernd auf zwei Personen auf einem Steg, mal näherte sie sich Figuren von hinten, was intensive Bedrohungsmomente schuf. Fazit: Die beiden Teile des „Tatort“-Jubiläumsfalles ergänzten sich perfekt.

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