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«Spuren des Bösen»: Heino Ferch ist auf Rache aus

Seit fast zehn Jahren soll eine Zelle bei der Wiener Polizei eine blutige Spur durch die Hauptstadt ziehen. Ein Kriminalpsychologe hat das inzwischen durchschaut und will dem Ganzen ein Ende setzen.

Montag, 12.04.2021, 08:19 Uhr
Richard Brock (Heino Ferch) sucht in seinem neuen Fall nach einem vermeintlichen Mörder bei der Polizei. Foto: Petro Domenigg

Wien (dpa) - Als die Schüsse fallen, kniet Richard Brock auf dem Boden und kann erstmal nur weinen. Sekundenlang nur weinen, sich aber nicht umdrehen. Hinter ihm liegt seine Freundin auf den Dielen, kaltblütig hinterrücks erschossen von einem Polizisten.

Brock weint und schluchzt und zittert. Es ist der brutale Show-down im Kampf mit dem korrupten Dienststellenleiter Gerhard Mesek, der Brock selbst schon beinahe das Leben gekostet hätte und seine Rachegefühle weckte.

Inzwischen hat sich der Verhörspezialist von seinen Verletzungen erholt und will Mesek endgültig das Handwerk legen. Ob das gelingt, zeigt das ZDF am Montagabend in der Folge «Schuld» aus der Serie «Spuren des Bösen». Heino Ferch alias Brock und Juergen Maurer als Mesek liefern sich in dieser wieder einmal düsteren Folge ein Duell auf Augenhöhe. Regisseur Andreas Prochaska inszeniert dies mit viel Dunkelheit, gebrochen ab und zu von ein paar Schatten im Gegenlicht.

Kriminalpsychologe Brock hat sich in einem Container eines Mietlagers eine Art Büro eingerichtet. Die Wände hängen voll mit Fotos von Mesek, seinen Schergen und Opfern. Notizen und Zeitungsartikel drumherum wirken wie eine Collage. Es könnte das Werk eines Stalkers oder eines Serienmörders sein. Doch in diesem Fall will der Gute dem Bösen ein Ende setzen - er braucht nur noch den richtigen Weg dazu.

Seine Freundin Brigitte (Katrin Bauerfeind) vermittelt den Kontakt zu ihrer früheren Lebensgefährtin, einer Journalistin. Die könnte die Machenschaften aufdecken: Seit fast zehn Jahren soll eine Zelle bei der Polizei eine blutige Spur durch Wien ziehen. Es geht um Polizeigewalt, Korruption und einen dubiosen Suizid in Haft. Doch die mögliche Zusammenarbeit wird von Brocks Eifersucht getrübt. Eine Prügelei in einem Restaurant mit Kellnern quittieren Studenten mit einer Beleidigung auf der Tafel im Uni-Hörsaal.

Loyalität und Hilfe bekommt Brock dagegen von Klaus Tauber (Gerhard Liebmann). Er ist eine etwas skurrile Gestalt, die Taxi fährt, in einem Schuppen Cannabis anbaut und zwischendurch Detektivarbeit für Brock erledigt. «Sie müssen endlich aussagen», ermutigt er den Psychologen in dessen Containerbüro. «Oder Sie machen da a Mesek-Museum auf.» Mangels Reaktion verlässt Tauber den Metallkasten: «Ich geh' wieder Taxifahren. Da wissen die Leute, wo sie hinwollen.»

Doch Brock ist nicht nur Beobachter, er und sein Umfeld werden auch beobachtet - von Mesek und seien Leuten. So kann ein Zusammentreffen der beiden in den tödlichen Schüssen gipfeln.

«Schuld» ist der neunte Teil der ZDF/ORF-Krimireihe «Spuren des Bösen», aus welcher der Mainzer Sender seit 2012 jedes Jahr - bis auf 2020 - eine Folge zeigt. Meist schauen bei den Erstausstrahlungen nach Angaben eines Sprechers fünf bis sechs Millionen Menschen zu.

Um den aktuellen Teil zu verstehen, kann es nicht schaden, die Vorgeschichte zu kennen - es geht aber auch so. Zumal das ZDF den achten Teil vor anderthalb Jahren gesendet hat - da müssen wohl selbst bei Stammzuschauern Erinnerungen geweckt werden. Die wichtigsten Fakten, um auf aktuellem Stand zu sein, hat Autor Martin Ambrosch allerdings in das laufende Geschehen eingebaut.

Um hier endlich erfolgreich gegen Mesek vorgehen zu können, braucht Brock Helfer. Es entwickelt sich ein merkwürdiges Team, das in konspirativer Zusammenarbeit versucht, dem Verhörspezialisten unter die Arme zu greifen. Doch auch das endet nicht ohne Blutvergießen.

© dpa-infocom, dpa:210408-99-123000/3

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