Midway – Für die Freiheit
Volle Kanne Sturzflug

Die Seeschlacht um die Atoll-Inseln Miday auf halber Strecke zwischen Japan und Kalifornien war einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs im Pazifik. Regisseur Roland Emmerich ist hier in seinem Element und Sturzflug an Kanonade. Aber wer Kriegsfilme mag, kommt hier durchaus auf seine Kosten.

Donnerstag, 07.11.2019, 16:23 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 16:26 Uhr
Draufgängerpilot Dick Best (Ed Skrein) tröstet Ehefrau Ann 8 Mandy Moore) vor seinem Einsatz Foto: Reiner Bajo/Universum Film/dpa

Spektakuläre Bilder von Kriegshandlungen gibt es in „Midway“ genug zu sehen, teils CGI-perfekt, teils wie in älteren Videogames und teils als pseudorealistische Wiedergabe des Geschehens. Da ist Regisseur und Produzent Roland Emmerich („Der Patriot“, „Independence Day“, „The Day After“) in seinem Element und reiht volle Kanne den Sturzflug der US-Bomber an knatterndes Maschinengewehrfeuer und Kanonaden.

Der Plot

Die Seeschlacht um die Atoll-Inseln Miday auf halber Strecke zwischen Japan und Kalifornien war vom 4. bis zum 7. Juni 1942 einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs im Pazifik und konnte von Seiten der Amerikaner gewonnen werden, weil sie den Verschlüsselungscode der Japaner geknackt hatten, sie folglich die Kaiserliche Japanische Flotte in eine Falle locken konnten und nach der Versenkung von sechs japanischen Flugzeugträgern und dem Töten etlicher Piloten-Asse die Rüstung ankurbelten und sich dem Schauplatz Europa zuwenden konnten. Da hilft kein Harakiri.

Bewertung

"Midway - Für die Freiheit": Spektakulärer Kriegsfilm um berühmte Seeschlacht. Bewertung: drei von fünf Sternen.

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Das ist schon einmal verfilmt worden, 1976 mit Henry Fonda als Oberbefehlshaber Admiral Nimitz, Charlton Heston, James Coburn, Toshiro Mifune und Glenn Ford als den Recken des alten Hollywood-Kinos. Damals griff man auf Archivmaterial aus anderen Filmen („Tors! Tota! Tora“) zurück. Das muss Emmerich nicht, der dank Kameramann Robby Baumgartner eine pompöse Materialschlacht und ein Feuerwerk anrichtet, das Markenzeichen dieses „Master of Desaster“ ist. Wer Kriegsfilme ablehnt, wird das öde finden, wer‘s mag, hat seinen Spaß.

Es beginnt mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour, den Emmerich im Schnelldurchlauf noch mal durchspielt, um Michael Bays gleichnamigen Film zu toppen. Nicht so nötig, aber gut für die Länge des Films, der im Prolog japanischen Admirälen Tribut zollt, sie differenziert zeigt und doch den gewohnten Patriotismus und das kernige Heldentum der echten Kerle im Einsatz feiert.

Was die Film-Schlacht zur Niederlage macht 

So einer ist Hauptdarsteller Ed Skrein, ein arroganter Draufgänger mit dem unmöglichen Namen Dick Best (!), der nie richtig sympathisch wird. Ihm und den anderen Kämpfern wird ohnehin die Schau von Woody Harrelson als Admiral Nimitz und Patrick Wilson als Geheimdienstchef Layton gestohlen, die in den Konferenzszenen jene Spannung schaffen, die röhrende Motoren allein einfach nicht aufbringen.

Bei allen Qualitäten bleibt „Midway“ weit hinter Christopher Nolans „Dunkirk“ und dessen innovativem Bild- und Ton-Design zurück. SO geht die Film-Schlacht doch verloren.

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