„Knives out – Mord ist Familiensache“
Messer an der Kehle - bissiger Krimispaß mit Daniel Craig

Unterhaltsamer dürfte kaum ein Kinojahr begonnen haben. Mit dem scharfzüngigen Krimispaß „Knives Out – Mord ist Familiensache“ startet eine brillante Komödie, die als Gesellschaftssatire ebenso funktioniert wie als moderner Murder Mystery à la Agatha Christie.

Donnerstag, 02.01.2020, 16:33 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 16:55 Uhr
Im Visier des Detektivs: (von links) Michael Shannon als Walt, Riki Lindhome als Donna Thrombey, Ana de Armas als Marta Cabrera, Noah Segan als Wagner, Toni Collette als Joni Thrombey, Chris Evans als Ransom Drysdale, K. Callan als Großmutter Thrombey, Jaeden Martell als Jacob Thrombey, LaKeith Stanfield als Elliott, Don Johnson als Richard Drysdale und Jamie Lee Curtis als Linda Drysdale. Foto: Universum Film/dpa

Daniel Craig gibt darin als Karikatur von Hercule Poirot gekonnt und witzig den selbstgefälligen Privatdetektiv Benoit Blanc gibt, der eine etwas dysfunktionale Familie auseinandernimmt.

Der drastische Bauernspruch „Licht aus, Messer raus, drei Mann zum Blutrühren!“ passt wie der Deckel auf den Topf auf den Clan um Krimiautor Harlan Thrombey (Christopher Plummer), der sich bei der Feier zum 85. Geburtstag das Messer an die Kehle gesetzt und geschlitzt hat. Oder war es Mord? Alle Mitglieder der Familie samt Personal im Herrenhaus des Patriarchen haben ein Motiv und würden nur zu gern jedem den Dolch in den Rücken stoßen. Dazu passt als Deko vorzüglich der Messer-Sessel Thrombeys und ist nebenbei eine „Game of Thrones“-Anspielung.

Raffinierte Wendungen

Das prächtig aufgelegte Starensemble hat sichtlich Spaß am Cluedo-Mörderspiel. Selbst wenn einige nur kurz auftreten, sieht man Jamie Lee Curtis als Tochter und Unternehmerin, Don Johnson als ihrem Ehemann, Toni Collette als Schwiegertochter und Lifestyle-Beraterin, Michael Shannon als Sohn, Chris Evans als Enkel und Ana de Armas als Pflegerin des alten Bocks die Freude an, mit bösen, bissigen und pointierten Dialogen aufeinander loszugehen.

Dialoge und Anspielungen stammen von Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson, der mit mehr raffinierten Wendungen als man erzählen könnte, aufwartet und mit Anspielungen auf Reiche, Rechte und Immigranten Trumps Amerika vorführt. Das könnte in Kürze höchstens von „Tod auf dem Nil“ getoppt werden, wo Kenneth Branagh nach „Mord im Orient Express“ und dessen bewusstem Retro-Stil, der die neue Christie-Welle auslöste, wieder als Poirot punkten will.

Bewertung

„Knives out – Mord ist Familiensache“: Thriller von Rian Johnson mit Daniel Craig, Chris Evans (130 Minuten) 

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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„Knives Out“ könnte schon bei den anstehenden Golden Globe Awards Sieger werden und „Once Upon a Time in Hollywood“ und „Rocketman“ ausstechen. Verdient nominiert sind auch Daniel Craig (bald letztmalig „007“) und Ana de Armas („Blade Runner 2049“), der neue Star am Hollywood-Himmel. Zu wünschen wär’s dem famosen, geistreichen Ulk allemal. 

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