Film der Woche
"Drei Tage und ein Leben": Schuld und Schweigen

Ein Dorf in den Ardennen zerbricht am Verschwinden eines Jungen. Das sehenswerte Krimidrama „Drei Tage und ein Leben“ sucht Antworten im Schweigen.

Donnerstag, 03.09.2020, 11:44 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 11:55 Uhr
Antoine (Jeremy Senez) unter den Augen seiner strengen Mutter Blanche (Sandrine Bonnaire). Foto: MAHI FILMS

Weihnachten 1999 in einem Dorf in den Ardennen. Der zwölfjährige Antoine (Jeremy Senez), der mit seiner in der Fabrik arbeitenden Mutter Blanche (Sandrine Bonnaire subtil zwischen Ahnen und Wissen) lebt, ist schwer in die ältere hübsche Nachbarstochter Emilie (Margot Bancilhon) verliebt, für die er eine Hütte im Wald baut. Als er Emilie beim Knutschen sieht, zerlegt er die Hütte vor Wut und wirft einen Ast nach dem zufällig vorbeikommenden Rémi, dem kleinen Bruder Emilies. Antoine lässt den leblosen Körper verschwinden.

Während der dreitägigen Suchaktion schweigt Antoine. Rémis Vater (Charles Berling) und ein polnischer Metzger geraten in den Verdacht eines Sexualdelikts. Jahrhundertsturm „Lothar“ erzwingt den Abbruch der Aktion. 15 Jahre später kehrt Antoine (jetzt Pablo Pauly als Mann mit Willen zur Wiedergutmachung) als Arzt ins Dorf zurück, dessen Wunden nicht verheilt sind und das an Rémis Verschwinden zerbrochen ist.

Bewertung

Drei Tage und ein Leben: Thriller/Drama von Nicolas Boukhrief mit Sandrine Bonnaire, Pablo Pauly und Jeremy Senez. 120 Minuten.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

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Wie in Claude Chabrols Bürgerdramen wartet der Krimi aus dem Belgien von Jacques Dutroux mit einer argen Wendung auf, denn die einsetzenden Aufräumarbeiten nach der Flut scheinen Antoines Geheimnis ans Licht zu bringen. Auch filmisch durch die mit Zwielicht arbeitende Kamera und die Szenen im undurchdringlichen Wald. Sehenswert.

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