Dank Freilichtkinos
Athener Filmfestival behauptet sich gegen Corona

Bei tropischen Temperaturen inmitten von Jasmin-Duft und mit der einen oder anderen streunenden Katze als Sitznachbar: So haben Filmfans die 26. Ausgabe des Athener Filmfestivals genossen. Dabei wäre es um ein Haar Corona zum Opfer gefallen.

Freitag, 02.10.2020, 13:26 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 13:30 Uhr
Das Filmfestival in Athen ging mit strengen Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne. Foto: Vaiva Bauze

Athen (dpa) - Das Athener Filmfestival hat es trotz Corona geschafft, sein gesamtes Programm zu zeigen - dank der vielen Freilichtkinos in der griechischen Hauptstadt und dem gewohnt guten Wetter.

«Dieses Jahr haben wir einen Kampf gewonnen», sagte der Kulturdirektor des Festivals, Loukas Katsikas, der Deutschen Presse-Agentur kurz vor Abschluss des zweiwöchigen Events am Donnerstagabend. «Nicht vielen Festivals weltweit ist das gelungen.»

Nur wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung am 23. September waren in Griechenland wegen steigender Corona-Zahlen alle Kinosäle geschlossen worden. So wich das Festival kurzerhand auf die Freilichtkinos aus. Dort gab es strenge Sicherheitsmaßnahmen, um die rund 90 Filme aus aller Herren Länder zu sehen.

Die Filmfans kamen den Veranstaltern zufolge trotzdem zu Tausenden. Und sie genossen ein atmosphärisches Plus: Abendlichen Temperaturen von über 25 Grad, die eine oder andere streunende Katze als Sitznachbar sowie den intensiven Duft des Nacht-Jasmins, der in vielen der Kinos blüht.

Die Eingangskontrollen, darunter Maskenpflicht und Fiebermessen, ließen die Menschen geduldig über sich ergehen. Die Kinos durften zu zweit besucht werden, zwischen den Gästen blieben je zwei Plätze frei. Pausen waren verboten, auch das Aufstehen oder Herumlaufen. «Und keine Küsse zur Begrüßung, wenn Sie einen alten Freund treffen!», warnte ein Filmspot zu Beginn eines jeden Kinoabends.

Viel Geld hat das Festival nicht. Der erste Preis, die Goldene Athene, ist mit 5000 Euro dotiert. 48 der 90 ausgestrahlten Filme nahmen an dem Wettbewerb teil. Die meist jungen Filmemacher stammten in diesem Jahr unter anderem aus Mexiko, Kuba, China, Russland, Südafrika, Dänemark und der Schweiz.

Das Festival hofft auf neue Sponsoren und bessere Zeiten im nächsten Jahr. Der Kulturdirektor: «Hinter unseren Masken und mit den leuchtenden Augen unserer ehrenamtlichen Helfer haben wir gezeigt, dass wir die Angst vor Corona mit der Liebe zum Kino besiegen können.»

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