Rebecca
Auf den Spuren Laurence Oliviers

Das Remake eines Hitchcock-Klassikers: Gefällig, aber nicht innovativ.

Donnerstag, 05.11.2020, 13:04 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 14:54 Uhr
Die namenlose Protagonistin (Lily James) inmitten einer wenig freundlichen Herrengemeinschaft. Foto: Netflix

Eine naive junge Frau ohne Namen (Joan Fontaine) heiratet einen britischen Adeligen (Laurence Olivier), zieht auf dessen Landsitz nach England, wo aber alle Bediensteten, die intrigante Hausdame Mrs. Danvers und auch der smarte Gatte immer noch unter dem Bann von Rebecca stehen, seiner verstorbenen früheren Frau – deren Geheimnis am Ende gelüftet wird.

„Rebecca“ war 1940 Alfred Hitchcocks erster US-Film und gilt heute als Klassiker des romantischen Schauerfilms – obwohl der Meisterregisseur selbst nicht allzu zufrieden damit war. Ob’s ein Remake brauchte, sei dahingestellt, „Free ­Fire“-Regisseur Ben Wheatley hat trotzdem eins gewagt. In der Neuverfilmung des Romans von Daphne du Maurier ist die immer noch namenlose Protagonistin weniger naiv als bei Hitchcock, die Landschaften an der Côte d’Azur und in Cornwall spielen eine deutlich größere Rolle, ansonsten aber bleibt vieles beim Alten: das Setting in den Dreißigern ebenso wie die Figurenkonstellation.

Lily James („Cinderella“) und Armie Hammer („Call Me By Your Name“) wandeln halbwegs solide in den Fußstapfen von Fontaine und Olivier, Kristin Scott Thomas verleiht der fiesen Mrs. Danvers mehr Dimensionen. Man kann sich das gut anschauen, auch wenn ein Gedanke kaum verdrängt werden kann: Die alte „Rebecca“ verhält sich zur neuen „Rebecca“ wie die tote Rebecca zur namenlosen Heldin. Der Schatten ist einfach zu groß.

Bewertung

Schauerromanze: 2 von 5 Sterne

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