Kunst
Experten: Bedeutung der Cranachs für Weimar unterschätzt

Weimar (dpa) - Das Wirken des Malers Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) und seines Sohnes für Weimar wird nach Expertenmeinung bis heute unterschätzt.

Dienstag, 18.03.2014, 16:13 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.03.2014, 16:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.03.2014, 16:13 Uhr

«Wir wollen in der Tagung "Cranach in Weimar " aufzeigen, dass beide für die Klassikerstadt bedeutsamer sind, als bisher gemeinhin angenommen», sagte Tagungsleiterin Karin Kolb am Dienstag. Bisher stünden sie etwa im Schatten der Klassiker um Johann Wolfgang von Goethe .

Zum Auftakt des zweitägigen Treffens stand der weltberühmte Cranach-Altar in der Herderkirche der thüringischen Stadt im Mittelpunkt. Das «zentrale Altarwerk der reformatorischen Selbstbehauptung» schreiben Experten neuerdings nicht mehr dem älteren Cranach, sondern komplett seinem Sohn Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1586) zu, dessen 500. Geburtstag im kommenden Jahr begangen wird.

Die Tagung dient auch der Vorbereitung der Cranach-Ausstellung 2015 in Weimar. Die Klassik Stiftung besitze mit die schönsten Gemälde, die der alte Cranach jemals gemalt habe, darunter das Porträt der Prinzessin Sibylle von Kleve . Die Stiftung könne voll aus dem eigenen Fundus schöpfen. Sie besitze allein 19 Werke der beiden Cranachs und der Cranach-Werkstatt, mehrere hundert Druckgrafiken und einige Zeichnungen.

Am Mittwoch wollen sich Teilnehmer mit der Wahrnehmung und Rezeption der Cranach-Werke in Weimar seit dem 19. Jahrhundert beschäftigen. «Wir wollen unter anderem zeigen, dass zwischen den Cranachs und Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) mehr als nur verwandtschaftliche Bezüge bestehen», sagte die Kunsthistorikerin. Der Geheimrat sei ein Nachfahre der Cranach-Tochter Barbara.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Bauhäuslern und ihrer Sicht zur altdeutschen Malerei sowie mit der NS-Zeit. Unter den Nationalsozialisten habe die Weimarer Sammlung zwei Cranachs eingebüßt. Darunter ist das Bild einer kleinen Venus, das laut Kolb Hitler zum Geburtstag geschenkt worden war.

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