Silbermond und Hatsune Miku
Rock- und Pop-Konzerte im Januar

Im Januar zeigen Silbermond, Jeanette Biedermann und Dota, wie facettenreich deutsche Songtexte sein können. Bei Hatsune Miku dürfen sich Konzertgänger auf eine einmalige Erfahrung freuen.

Dienstag, 31.12.2019, 23:59 Uhr aktualisiert: 01.01.2020, 05:02 Uhr
Virtueller Superstar: Hatsune Miku. Foto: Daniel Reinhardt

Berlin (dpa) - Der Januar steht auf den Musikbühnen ganz im Zeichen der deutschen Sprache. Silbermond spielen ihre neue Platte, auf der sie wieder sehr politisch werden. Kettcar kommen vor ihrer Bandpause noch einmal auf Tour. Jeanette Biedermann präsentiert ihr neues Album, auf dem sie Deutsch singt. Dota zeigt ebenfalls neue Lieder in großer Besetzung.

Aber auch Fans experimenteller Klänge und epischer Arrangements kommen auf ihre Kosten: Der virtuelle Superstar aus Japan, Hatsune Miku, verspricht einmalige Konzerterfahrungen in Berlin, Angel Olsen zeigte ihre Orchesterstücke in Berlin und München.

SILBERMOND setzen sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus ein und scheuen auch nicht davor zurück, unbequeme Wahrheiten über ihre sächsische Heimat auszusprechen. Auf ihrem mittlerweile sechsten Album «Schritte», das im November erschien, werden die Pop-Rocker aus Bautzen erneut politisch. Ein Grund dafür: Der Nachwuchs von Frontfrau Stefanie Kloß und Gitarrist Thomas Stolle.

«Ich habe eine neue Verantwortung, die ich für mich merke. Ich hab diesen kleinen Wurm in die Welt geworfen, das hat er sich nicht ausgesucht. Jetzt muss ich dafür sorgen, dass er gut klarkommt», sagt Kloß. Dazu gehört für die 35-Jährige auch, sich eine Meinung zu bilden und Haltung zu beziehen. Im Januar starten die vier Musiker ihre erste Konzertreise mit Kind im Gepäck. Los geht es in Hamburg (22.1). Danach folgen Auftritte unter anderem in Hannover (24.1), Leipzig (25.1), Berlin (1.2) und München (8.2).

Fans der Hamburger Band KETTCAR mussten in diesem Herbst stark sein: Die Band verkündete eine erneute Pause - und das, obwohl sie für ihr 2017 erschienenes Album «Ich vs Wir» viel gefeiert wurde. Auf dem Album rechnen die fünf Hamburger, bekannt für intelligente Texte, knallhart mit der Gesellschaft ab. «Ich hab meiner Band gesagt: Wenn wir nochmal ein Album machen, dann wird es nicht eine Sekunde gemütlich werden», sagt Sänger Marcus Wiebusch.

«Ich vs Wir» ist ein Album über die Themen unserer Zeit. Kettcar beschreiben einen Rechtsruck in der Gesellschaft, nehmen Flüchtlingskrise und Gentrifizierung auf. Im Januar sind die fünf Hamburger noch einmal live zu erleben. Auftakt ist in Braunschweig (25.1). Danach spielt die Gruppe unter anderem in München (28.1), Dresden (30.1) und Bremen (31.1).

Im September 2019 veröffentlichte JEANETTE BIEDERMANN ihr erstes Album als Solokünstlerin seit zehn Jahren. Es trägt den Titel «DNA» und ist bestückt mit persönlichen Texten. Wer die Sängerin noch aus ihren frühen Jahren kennt, dem wird sofort auffallen, dass Biedermann nun auf Deutsch singt. Bekannt geworden ist die Musikerin durch ihre Rolle als Marie Balzer in der Soap «Gute Zeiten, schlechte Zeiten». 2000 erschien ihr erstes Album.

Trotz der Kreativ-Pause als Solomusikerin machte sie dennoch weiter Musik. 2012 gründete sie die Band Ewig, die sich 2019 auflöste. Jeannette Biedermann präsentiert ihr neues Album im Januar auf einer Deutschlandtour, die in Mannheim startet (20.1). Auf dem Programm stehen Shows in Frankfurt (21.1), Hamburg (30.1), Dresden (4.2) und Berlin (9.2). 

DOTA alias «Die Kleingeldprinzessin» gehört zu der neuen Generation respektabler Songpoetinnen und Songpoeten. Diese beweisen gerade, dass sich mit deutschen Texten Gefühle und Erlebnisse jenseits von Schlagerkitsch oder Gangster-Rap glaubhaft transportieren lassen. Dota ist auf Weltreisen viel als Straßenmusikerin aufgetreten - daher der Name «Kleingeldprinzessin». 2018 erschien ihr aktuelles Album «Die Freiheit». Im Januar ist die Musikerin mit großer Besetzung auf den deutschen Bühnen unterwegs. Gespielt werden sollen Stücke von der neuesten Platte, ein paar ganz neue Lieder und ein Auswahl älterer Lieder. Start ist in Rostock (9.1). Danach reist die Band weiter nach Hamburg (10.1), Erfurt (17.1), Hannover (22.1) und in einige weitere Städte.

Seitdem HATSUNE MIKU im Jahr 2007 von einer japanischen IT-Firma hochgeladen wurde, zieht die computeranimierte Sängerin nicht nur in Japan ein Millionenpublikum mit ihrer künstlichen Gesangsstimme in ihren Bann. Die dreidimensionale Projektion des Mädchens mit den blauen Haaren und den großen Augen ist schon auf der ganzen Welt aufgetreten. Im Jahr 2016 spielte Hatsune Miku in einer Oper mit. Sie war in der Inszenierung überlebensgroß und kostümiert in ein Bühnenbild projiziert, das aus mehreren Leinwänden bestand, während Komponist Keiichiro Shibuya live auf der Bühne ihren Gesang begleitete. Für ein exklusives Deutschlandkonzert kommt der virtuelle Superstar nach Berlin (20.1).

Einst schrieb ANGEL OLSEN minimalistische Folk-Songs. Auf ihrem vierten Studioalbum sind ihre Lieder zu epischen Orchesterstücken und kühlen Synthie-Meditationen angewachsen. Was auf «All Mirrors» geblieben ist: der Sinn der 32-Jährigen für melancholische und schwelgerische Melodien. Auch die introspektiven Songtexte, die von zwischenmenschlichen Beziehungen, geplatzten Hoffnungen oder Sehnsüchten handeln, sind noch da. Und das kehlige Vibrato, für das die US-Musikerin bekannt ist. Das Ergebnis sind elf Lieder, die auch live eine lohnende Erfahrung versprechen. Im Januar können Fans die Kreationen von Angel Olsen live in München (29.1) und Berlin (30.1) erleben. Im Februar spielt sie in Hamburg (4. und 5.2).

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