Von Maffay bis Jonas Brothers
Rock- und Pop-Konzerte im Februar

Im Februar feiert Peter Maffay ein weiteres Jubiläum. Die Jonas Brothers sind zurück. Zwei Ikonen des britischen Musikgeschäfts stellen ihre neuen Alben vor.

Freitag, 31.01.2020, 23:59 Uhr aktualisiert: 01.02.2020, 05:03 Uhr
Die Jonas Brothers haben ein großartiges Comeback gefeiert. Foto: Stephen M. Dowell

Berlin (dpa) - Diesen Monat darf gefeiert werden. Peter Maffay kommt auf Jubiläumstour. Die Jonas Brothers haben sich wieder zusammengerauft, angeblich bei einem Trinkspiel, und stellen ihr neues Album vor.

Ebenfalls eine neue Platte aufgenommen haben eine jüngere und eine ältere Ikone des britischen Musikgeschäfts: Stormzy und Liam Gallagher. Keane melden sich ebenfalls nach längerer Pause mit neuem Album und weniger Pausbacken zurück. Abrocken können Fans bei Rin und Tenacious D.

PETER MAFFAY ist in Feierlaune. Im vergangenen Jahr wurde er 70 Jahre alt und schenkte sich selbst ein neues Album. Mit «Jetzt» setzte der Musiker - 1949 als Peter Alexander Makkay in Rumänien geboren - sich im Spätsommer auf Anhieb an die Spitze der deutschen Album-Charts.

Auf «Jetzt» wird der Workaholic musikalisch so deutlich wie selten zuvor. Im Song «Morgen» findet er überaus warnende Worte und singt vor allem über den Klimawandel. Im Musikvideo wirkt er ernst, fast zornig, und zeigt Bilder von Neonazis und Adolf Hitler zu der Frage: «Wollen wir wieder warten, bis der Morgen kommt?».

Das neue Album stellt er ab diesem Monat auf einer ausgiebigen Tournee vor - und feiert zugleich sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Wer dem Musiker gratulieren möchte, kann dies zunächst in Kiel (26.2) tun. Danach lädt Peter Maffay unter anderem nach Hamburg (28.2), Berlin (29.2) und München (20.3).

Nach langem Knatsch feierten die JONAS BROTHERS im vergangenen Jahr ihr Comeback mit dem neuem Album «Happiness Begins». 2013 hatten die drei Brüder Joe, Kevin und Nick Jonas ihre Band aufgelöst - ist die Beziehung noch so eng, es kann durchaus mal krachen.

Mit «Happiness Begins» überließen die Musiker aus New Jersey, die sich nach eigenen Angaben durch ein Trinkspiel wieder annäherten, nichts dem Zufall. Sie wechselten unter anderem zur renommierten Plattenfirma Republic Records (Taylor Swift, Ariana Grande, Drake) und holten sich mit OneRepublic-Sänger Ryan Tedder einen Top-Produzenten ins Boot.

Ihre Single «Sucker», die die Brüder im März 2020 mit reichlich PR-Wirbel veröffentlichten, ist ein perfekt abgemischter Popsong, der direkt ins Ohr geht. Aus den braven Teenagern, die in Disney-Produktionen wie «Camp Rock» zu sehen waren und mit Miley Cyrus auf Tour gingen, sind reife Musiker und Ehemänner geworden. Wer das neu entdeckte Brüderglück live erleben möchte, sollte nach Berlin (10.2) und Köln (11.2) kommen.

STORMZY ist für viele ein Vorbild. Das «Time Magazine» zählte den Briten, dessen bürgerlicher Name Michael Ebenazer Kwadjo Omari Owuo Jr. lautet, zu den «Anführern der nächsten Generation». Dieser Auszeichnung will der Rapper gern gerecht werden. «Ich bin superglücklich darüber», sagt er. «Und es ist ja nicht so, dass ich mich eines Morgens rumgewälzt habe und in dieser Lage aufgewacht bin. Ich habe dafür gebetet und gearbeitet.»

Mit dem Debüt «Gang Signs & Prayer» toppte der 26-Jährige 2017 die britischen Albumcharts. Im Dezember erschien sein zweites Album «Heavy Is The Head». Der Titel ist die Kurzform von «Heavy is the head that wears the crown» (Schwer ist der Kopf, der die Krone trägt) und eine Metapher für die Last des Erfolgs - seines Erfolgs. «Es geht darum, wie ich mit der Last umgehe, ich stelle mich der Herausforderung», erklärt er. «Aber ich sage auch, diese Herausforderung ist beängstigend und krass.» Die britische Musikikone ist in Berlin (20.2), Hamburg (24.2), Köln (28.2) und Mainz (1.3) zu sehen.

LIAM GALLAGHER gehört zu den besten Frontmännern im Rock. Doch weil der Oasis-Zwist mit seinem Bruder seit Jahren anhält, ist der 47-Jährige weiter solo unterwegs. Schon zehn Jahre sind vergangen, als Oasis-Vordenker Noel der Britpop-Band den Rücken kehrte und seither nichts mehr mit dem jüngeren Bruder zu tun haben will. Erst fand sich Liam mit den anderen Zurückgelassenen in der Band Beady Eye wieder. Im Herbst 2017 setzte er dann mit «As You Were» eine satte Solo-Wegmarke - zumindest in der britischen Heimat: Gleich in der ersten Woche sprang das Debüt an die Chartspitze.

2019 erschien sein zweites Album «Why Me? Why Not.» Es ist ein vielfältiges Album, das sich durch die sanfteren Passagen von seinem Vorgänger abhebt. Das Album habe wieder Einflüsse von den Beatles, den Rolling Stones oder den Sex Pistols, sagt er. Am besten sind die zurückgenommenen Songs, in denen Prahlhans Liam in der Vergangenheit schwelgt. Live zu erleben ist Liam Gallagher in Hamburg (5.2), Köln (10.2), Berlin (11.2) und München (13.2). Wie Noel spielt auch er bei seinen Auftritten immer Oasis-Material - darunter freilich auch «Wonderwall», eines der berühmtesten Stücke.

Die südenglische Indiepop-Band KEANE legte vor 15 Jahren einen kometenhaften Aufstieg hin. Charakteristisch war ihre ganz eigene Mischung aus akustischen Klavierklängen, Melodramatik und wuchtigen Sounds. Pausbäckig und mit fast noch knabenhafter Stimme sang Tom Chaplin «Somewhere Only We Know», während Tim Rice-Oxley sein Klavier bearbeitete. In Großbritannien wurde «Hopes And Fears» einer der meistverkauften Alben des Jahres 2004. Auf der Schattenseite liegen Streitigkeiten und schwere Drogenprobleme von Sänger Chaplin.

Ende 2019 meldete sich die Band mit «Cause And Effect» zurück, sieben Jahre nach ihrem letzten Studioalbum. Die Pausbacken sind längst weg, Chaplins Stimme klingt reifer. Die wuchtige Produktion, die oft leicht verzerrten Klänge und vor allem die großen Melodiebögen sind geblieben. Thematisch geht es auf der Platte wie auch bei dem Debüt-Hit ums Zerbrechen von Geliebtem. Das neue Album stellen die Briten in Berlin (3.2) und Hamburg (10.2) vor.

Seit dem großen Hype im Sommer 2017 mischt RIN immer wieder oben in den deutschen Charts mit. Sein neues Album «Nimmerland» stieg im Dezember 2019 gleich auf Platz drei ein. Der Ort, an dem der Rapper seine größten Erfolge gefeiert hat, ist allerdings ein anderer: Das Internet. Der Musiker aus Bietigheim-Bissingen gehört zu der neuen Riege deutschsprachiger Rapper, die mit ihren Autotune-Hymnen auf YouTube verlässlich siebenstellige Klickzahlen erreichen.

Der Clip zu seinem Song «Bros» wurde fast 30 Millionen Mal aufgerufen. Dort zeigt sich Rin, der auf den bürgerlichen Namen Renato Simunovic hört, mit Undercut und Zopf, Designer-Klamotten und seinen Kumpels. Seine Texte sind nicht minder stilsicher und teils so überladen mit Referenzen, dass sie kaum zu verstehen sind. Seinen Fans scheint das zu gefallen: Auf seinen Konzerten bilden sich immer wieder Moshpits (Kreis vor der Bühne, in dem Fans tanzen), zu sehen im Clip zu seinem Hit «Bass».

Ende vergangenen Jahres lieferte Rin, jetzt mit roten kurzen Haaren, Nachschub. Sein zweites Album «Nimmerland» ist wieder voller eingängiger Popsongs und Referenzen an seine musikalischen Helden und Lieblingsdesigner. Rin bittet in diesem Monat unter anderem in Köln (1.2 und 2.2), Berlin (6.2), München (7.2) und Hamburg (14.2) zum Tanz.

TENACIOUS D hängen seit jeher irgendwo zwischen Comedy-Duo und ernstzunehmender Rockband fest. Das liegt sicher an ihrer Besetzung: Gründer Jack Black und Kyle Gass sind für ihren Humor bekannt. Und dann ist da ihre Musik: mitreißender Country-Rock mit gekonnt arrangierten Akustik-Gitarren, Tempo und viel Charme. Ende November veröffentlichte das Duo zum Record Store Day einen gemeinsamen Song mit White-Stripes-Sänger Jack White.

Obwohl die beiden schon länger zusammen Musik machen, ihre Band gründeten sie im Jahr 1994, haben die beiden Musiker erst vier Alben rausgebracht. Das letzte im Jahr 2018. Es trägt den Titel «Post-Apocalypto» und wurde zusammen mit einer animierten YouTube-Serie veröffentlicht. Im Februar kommen Black und Gass auf Tour, um die Welt mit «unglaublichen Gitarrensoli, atemberaubendem Falsettgesang und den besten Songs aller Zeiten zu retten», wie es heißt. Fans können zusammen mit den beiden in München (12.2), Frankfurt (16.2), Berlin (17.2) und Dortmund (22.2) feiern und abrocken.

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