Alte Schätze in neuem Glanz
«Across the Universe»: Al Di Meola covert die Beatles

Al Di Meolas Hommage an die Beatles ist ein Must-have für alle Liebhaber des gepflegten Saitenspiels und des markanten Sounds des Meistergitarristen: Vierzehn Songs der Liverpooler Band hat der Fusion- und Jazz-Musiker für «Across The Universe» arrangiert.

Donnerstag, 02.04.2020, 14:01 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 14:04 Uhr
Die Beatles haben Al Di Meola geprägt. Foto: Alexander Mertsch

Berlin (dpa) - Al Di Meola, außergewöhnlicher Gitarrist und detailverliebter und leidenschaftlicher Musiker, widmet mit «Across The Universe» nun ein zweites akustisches Album den Beatles. Vierzehn feine Arrangements von zeitlosen Klassikern und unbekannteren Stücken huldigen den «Pilzköpfen».

Der gewählte Albumtitel «Across The Universe», vom letzten Studioalbum der Beatles «Let It Be», findet sich allerdings nicht in der Tracklist, ist aber Programm. 2004 wurde das Lied von der NASA als MP3 codiert Richtung Polarstern ins All geschickt - Al Di Meola umkreist auf seinem eigenen Orbit die Fab Four.

«Es ist der Verdienst der Beatles, dass ich heute Gitarre spiele», rühmt Al Di Meola die vier genialen Liverpooler. «Sie waren für mich die treibende Kraft um Gitarre zu lernen und hatten einen prägenden Einfluss auf mich.» Ob glühende Beatles-Verehrer einen Ausbruch von Begeisterung erleben sei dahingestellt, denn die Bearbeitungen sind nichts für Puritaner.

Mit dem sinnhaften Ohrwurm «Here Comes The Sun» als Entree präsentiert Al Di Meola gleich, dass es ihm gelingt die feine Atmosphäre der Originale mitzunehmen. Die einfühlsame Technik des Mannes aus New Jersey kommt auch beim melodisch sehr schönem «Norwegian Wood» zum Einsatz. Bei dem, von einst zwei auf sechs Minuten aufgepimpten Song, setzt die eine Sitar nachahmende Gitarre die prägnanten Akzente.

Anderes ist eher virtuoses Geplätscher, wie «Your Mother Should Know», belanglos intim und verspielt, oder verströmt Lagerfeueratmosphäre, wie «Here, There And Everywhere». «Strawberry Fields Forever» wiederum startet sehr stimmig, hebt dann ab und greift das markante Thema wiederholt auf. «Yesterday» geht immer. «Julia» - extrem entspannend - verströmt dank Akkordeon eine Pausenbild-Stimmung - Impressionen von der norddeutschen Küste: Pure Folklore!

Ein wirklich kleines Highlight bietet der 65 Jahre alte Saitenvirtuose dann zum Abschluss. Bei «Octopus's Garden» hat seine Tochter ihr «Debüt», ein Soundschnipsel der Dreijährigen, vom Vater aufgenommen

Bleibt das Fazit zum Album: Es gibt keine Zeit vor den Beatles, nur eine Zeit danach - «Nothing's gonna change my world». Die Originale bilden das Gerüst für niveauvolle Arrangements voller Finessen. Ohne Gesang geht aber gar nichts und das Ursprüngliche verloren, leben die Stücke doch nicht von ihrer Virtuosität, sondern vom Einfallsreichtum in den Melodien und Songs.

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