Neues Album
Jon Bon Jovi plädiert für gesellschaftlichen Dialog

Ungewöhnte Töne von Bon Jovi: Auf dem neuen Album der Band geht es um Waffengewalt, Rassismus oder das Coronavirus.

Donnerstag, 01.10.2020, 11:40 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 11:43 Uhr
Jon Bon Jovi sehnt eine Überwindung der Spaltung Amerikas herbei. Foto: Ian West

London (dpa) - Die Rockband Bon Jovi will mit ihrem neuen Album «2020» zum gesellschaftlichen Dialog aufrufen.

«Mir ist es fast schon egal, wie die politische Einstellung einer Person ist, ob sie für oder gegen Trump ist», sagte Sänger Jon Bon Jovi (58) der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahl im November. «Ich will mit allen Menschen in den Dialog treten und helfen.» Bon Jovi sprach sich gegen ein Schwarz-Weiß-Denken aus. «Das sollte nicht die Art sein, wie wir als Gesellschaft miteinander kommunizieren.»

Jahrzehntelang stand die Band aus New Jersey für radiotaugliche Rockhymnen wie «Living On A Prayer» oder «It's My Life». Auf dem am Freitag erscheinenden «2020» geht es um aktuelle politische Themen - Waffengewalt, Rassismus, das Coronavirus sowie das gesellschaftliche und soziale Klima. «Die Songs sind jedoch nicht explizit politisch, sondern universell», betonte der Bon-Jovi-Frontmann. «Ich habe mich mehr als je zuvor bemüht, in den Songs keine Partei zu ergreifen, um die politische Spaltung Amerikas nicht noch mehr anzuheizen.»

Bei den vergangenen US-Wahlen der letzten 25 Jahre unterstützte Jon Bon Jovi die Demokraten. Auch dieses Mal will er seine Stimme dem demokratischen Herausforderer Joe Biden geben, dem er zutraut, «ein gesellschaftliches Klima mit Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen». Biden tritt am 3. November gegen Präsident Donald Trump an.

«Wenn Amerika durch die Wahl Donald Trumps etwas gelernt hat, dann dass er die Stimmen derer hörte, die bis dahin nicht gehört worden waren», sagte Jon Bon Jovi. «Das war vermutlich das einzig Gute, was die Sache mit sich brachte. Jetzt aber brauchen wir in Amerika jemanden, der uns nicht weiter spaltet.» Der nächste Präsident müsse die Menschen in den USA einen: «Die bisher Stummen und diejenigen, die bereits gehört wurden.»

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