CMFT
Erstes Soloalbum von Slipknot-Frontmann Corey Taylor

Zwei Bands, vier Bücher, eine Comic-Serie - und jetzt auch noch das erste Solo-Album: Slipknot-Frontmann Corey Taylor zeigt sich mit «CMFT» von einer anderen Seite.

Montag, 05.10.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 06:03 Uhr
Corey Taylor ist ohne Slipknot unterwegs. Foto: Ashley Osborne

München (dpa) - Corey Taylor hat schon viel gemacht. Er war Radio-Moderator, Schauspieler, hat seine eigene Comic-Serie, vier Bücher geschrieben - und natürlich mit seiner Band Slipknot Metal-Geschichte.

Jetzt tut er etwas, was er noch nie gemacht hat: Der Sänger, der auch mit seiner zweiten Band Stone Sour Erfolge feiert, hat sein erstes Solo-Album auf den Markt gebracht. Es trägt den Titel «CMFT», was soviel heißen soll wie «Corey Mother Fucking Taylor». «Ich habe über die Jahre so viele Songs geschrieben, die zu nichts passen, was ich bislang gemacht habe», sagte Taylor kürzlich in einem Interview mit «KaaosTV». Darum musste nun die eigenen Platte her.

Dass dieses Album schon jetzt auf den Markt kommt, hat die Musikwelt Corona zu verdanken. Denn eigentlich hätte Taylor gar keine Zeit gehabt, ins Studio zu gehen, sollte er doch mit Slipknot, den legendären Masken-Metallern, um die Welt touren. Die Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung.

Und so bringt Taylor es schon jetzt heraus, nur gut ein Jahr nach dem letzten Slipknot-Album «We Are Not Your Kind», für das die Band sich vier Jahre Zeit gelassen hatte und das der «Rolling Stone» zu Recht zum besten Metal-Album des vergangenen Jahres kürte.

Da bietet sich natürlich ein Vergleich an. Doch der ist nur schwer möglich. Mit den harten, gebrüllten, wütenden Songs, für die Slipknot berühmt sind, hat die melodische Solo-Platte von Taylor nur wenig zu tun. Ausschließlich Klargesang, Rock'n'Roll und teilweise sogar leichte Country-Einflüsse bestimmen sein Erstlingswerk. Töne, die bei Slipknot zumindest derzeit wohl undenkbar wären.

«CMFT» ist sehr melodisch, manchmal sogar eingängig geraten und klingt streckenweise eher nach Volbeat als nach Slipknot. Taylor, seines Zeichens Grammy-Preisträger und «New York Times»-Bestseller-Autor («Die sieben Todsünden»), brüllt seinen Schmerz nicht heraus, er singt davon. «Everybody Dies On My Birthday» (Jeder stirbt an meinem Geburtstag) heißt Track Nummer neun. Zumindest der Titel könnte auch von einem Slipknot-Album stammen. Von einem «aufwühlenden Rock'n'Roll-Opus» schreibt die Plattenfirma nicht zu Unrecht.

Taylor habe für das Album «lebenslange Einflüsse» verarbeitet, die von Hard und Classic Rock über Punk bis zu Hip-Hop reichen. Einige Songs sind gerade erst entstanden, einige hat er schon in seiner Jugend geschrieben und für «CMFT Must Be Stopped», eine der beiden Single-Auskopplungen, holte er sich die Unterstützung der Rapper Tech N9ne und Kid Bookie - und klingt dafür ein bisschen wie die Beastie Boys. In dem unterhaltsamen Musikvideo dazu haben Freunde von Taylor wie Schock-Rocker Marilyn Manson und Metallica-Drummer Lars Ulrich Gastauftritte. Das Album sei eine «eine wilde und aufregende Reise in Taylors musikalische Psyche».

© dpa-infocom, dpa:200929-99-755321/3

Nachrichten-Ticker