Served Live
The Dead South bringen Leben in die Country-Buden

Gute Country Music muss nicht unbedingt aus dem Süden der USA kommen. Unumstößlicher Beweis dafür sind die Kanadier der Band The Dead South aus Saskatchewan. Dass sie einst von Hamburg aus entdeckt wurden, spricht für die Internationalität dieser Musikrichtung.

Mittwoch, 03.02.2021, 15:00 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 15:02 Uhr
Country aua Kanada: The Dead South. Foto: Michael Skocay

Toronto (dpa) - Ein wenig Country, ein kleiner Schuss Rock und Folk sowie noch eine Prise Bluegrass - und fertig ist der Musikstil der Country-Band The Dead South.

Seit der Gründung vor knapp neun Jahren haben sich die Kanadier eine feste Fan-Basis geschaffen, die mit dem neuen Album «Served Live» noch weiter wachsen dürfte. Auch The Dead South wurden von der Corona-Pandemie ins Abseits gedrängt, doch das hinderte sie nicht daran, ihr erstes Live-Album zusammenzustellen.

Die Band aus Regina in Saskatchewan war von dem Hamburger Label DevilDuck Records vor etwas mehr als sechs Jahren während der Canadian Music Week in Toronto, seit fast 40 Jahren einer der wichtigsten Musikveranstaltungen des Landes für Künstler aus dem In- und Ausland, entdeckt worden.

Dem Vernehmen nach geschah dies spät am Abend in einem eher schlecht besuchten Club. Doch die Scouts des Labels hatten eine gute Nase, besser gesagt ein gutes Ohr und Gespür, denn nun begann eine Erfolgsgeschichte. Das Quartett sorgte mit seinen Auftritten und Alben plötzlich für Aufsehen.

Allerdings liegt die Stärke der Musiker eher in ihren dynamischen und humorvollen Auftritten, in denen sie sich gegenseitig antreiben, und weniger in ihren eher bieder und gemäßigt wirkenden Studioaufnahmen. Was vermutlich auch ein Grund für ihr erstes Live-Album ist, das am 29. Januar in den Verkauf geht.

Ihre Auftritte - lieber auf kleinen Bühnen in Clubs als auf großem Podium - beschreibt die Band als Mischung von «grenzwertiger Rücksichtslosigkeit, Whiskey-Frühstücken und altmodischer Unterhaltungs-Schaustellerei». Der Sound von Cello, Mandoline, Banjo und Gitarre «rast wie ein Güterzug an höflichen Definitionen von akustischer Musik vorbei in die harte und krawallige Zone der Bluegrass-Welt hinein».

Die 17 Songs auf «Served Live» stammen aus 17 verschiedenen Shows in Nordamerika und Großbritannien. Eigentlich sollte auch mindestens ein Song von einem Auftritt in Deutschland mit dabei sein, doch musste die Deutschland-Tournee im Frühjahr 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Mit viel Optimismus werden auf der Website der Band Auftritte ab Mitte Juni 2021 in Dänemark und Deutschland angekündigt.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-271463/3

Nachrichten-Ticker