Hilfskraft meist aus Osteuropa
Zeitung: Jeder zehnte Pflegebedürftige mit 24-Stunden-Hilfe

Berlin (dpa) - Im Haushalt knapp jedes zehnten Pflegebedürftigen lebt nach einem Medienbericht rund um die Uhr eine Hilfskraft, meist aus Osteuropa.

Mittwoch, 07.06.2017, 08:08 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.06.2017, 08:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 07.06.2017, 08:08 Uhr
Eine Pflegerin betreut einen älteren Menschen. Foto: Jens Kalaene

Für mittelständische Familien sind sie oft die einzige Lösung, um den Umzug ihres Angehörigen in ein Heim zu vermeiden, ergab eine Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die der «Süddeutschen Zeitung» (Mittwoch) vorliegt.

Allerdings scheine «eine den arbeitsrechtlichen Mindeststandards entsprechende Beschäftigung dieser Kräfte kaum realisierbar», schreiben die Forscher des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft in Saarbrücken. Sie haben im vergangenen Jahr bundesweit mehr als 1000 Haushalte befragt, in denen Pflegebedürftige über 65 Jahren leben.

Die Wissenschaftler stellten zudem ein soziales Gefälle fest: Mehr als die Hälfte der Familien gab an, vollkommen auf Pflegedienste oder andere professionelle Hilfe zu verzichten. Jeder fünfte Pflegebedürftige wird demnach nur von einem einzigen Menschen versorgt. Im Schnitt benötigen Menschen, die zu Hause gepflegt werden, 63 Stunden Zuwendung in der Woche. Eine Beratung zu der Frage, wie viel Geld und Unterstützung ihnen gesetzlich zusteht, erreiche «Hauptpflegepersonen aus bildungsfernen Schichten oft nicht».

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4909734?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947955%2F947957%2F
Mehran Moradi lebte neun Monate unter dem Schutz des Kirchenasyls im Haus Liudger
Kirchenasyl-Fall in Greven (von links): Kaplan Ralf Meyer, Flüchtling Mehran Moradi und Helfer Erich Döring.
Nachrichten-Ticker