Lockerungen anvisiert
Gastronomie-Branche soll ab 9. Mai schrittweise hochfahren

Pizza beim Italiener, Tafelspitz im Sterne-Lokal, Bratwurst an der Pommes-Bude - all das soll noch im Mai wieder zum Vor-Ort-Verzehr erlaubt sein. Aber unter Auflagen. Das Ziel: die Gastro-Branche in der Krise vor noch Schlimmerem bewahren.

Dienstag, 05.05.2020, 21:43 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 21:46 Uhr
Hochgeklappte Tische stehen in der Fußgängerzone von Speyer vor einer Gastwirtschaft (Symbol). Foto: Uwe Anspach

Bremen (dpa) - Die Wirtschaftsminister der Länder streben unter Auflagen in einem Korridor vom 9. bis 22. Mai eine bundesweite kontrollierte Öffnung des Gastgewerbes an.

Darauf verständigten sich am Dienstagabend die Länderminister mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in einer Videokonferenz. Für touristische Beherbergungen wird eine Öffnung bis Ende Mai angepeilt.

Voraussetzung für die Öffnung von Restaurants und Gaststätten ist aufgrund der Corona-Pandemie die strikte Einhaltung von Hygienevorschriften, Abstandsregeln sowie die Vorlage eines Plans zum Schutz der Beschäftigten. Die Empfehlung ist als Grundlage für die Besprechung der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch gedacht.

Die Einigung zeige, dass entgegen der Kritik an uneinheitlichen Regelungen sehr wohl Einigkeit zwischen den Ländern darüber bestehe, möglichst rasch zu Lockerungen zu kommen, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Der Korridor vom 9. bis 22. Mai sei den unterschiedlichen Lagen und Interessen der einzelnen Bundesländer geschuldet.

In der Beschlussvorlage hatte Bremen auf den starken finanziellen Druck in der Gastronomie-Branche verwiesen. Es sei eine Welle von Insolvenzen und damit einhergehend eine hohe Erwerbslosigkeit zu befürchten, wenn es keine klaren zeitlichen Perspektiven gebe, hieß es in der Vorlage.

Bremen bemühte sich als Vorsitzland der Wirtschaftsministerkonferenz um ein möglichst abgestimmtes Vorgehen. Einige Bundesländer wie Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern stellten bereits eigene Pläne auch für die Gastronomie und Tourismusbranche vor.

Ab 18. Mai stehen Hotels in Mecklenburg-Vorpommern für Einheimische bereit. «Ab dem 25. Mai werden wir auch für Gäste aus anderen Bundesländern öffnen», sagte Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern, am Dienstag. Der Infektionsschutz sei weiter wichtig, es gelte zunächst eine Kapazitätsgrenze von 60 Prozent.

In Niedersachsen dürfen ab dem 25. Mai Hotels, Pensionen und Jugendherbergen touristisch genutzt werden. Das Ziel sei aber, die Gästezahl zu reduzieren, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Für Übernachtungsangebote gilt eine Wiederbelegungsfrist von mindestens sieben Tagen. Das bedeutet, dass ein Hotelzimmer oder eine Unterkunft frühestens nach sieben Tagen wieder neu vergeben werden darf.

Weiteres Thema der Konferenz waren die Corona-Soforthilfen. Der Bund werde bei seiner Entscheidung bleiben, Lebenshaltungskosten nicht zu fördern, hieß es in einer Pressemitteilung des Vorsitzlandes Bremen. Den Ländern sei es freigestellt, hier eigene Programme aufzusetzen oder bereits vorhandene fortzuführen. Diese Entscheidung sei bei den Ländern auf Unverständnis gestoßen.

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