Coronavirus
Österreich: Ohne Trendwende Problem auf Intensivstationen

Wien (dpa) - Ohne eine Trendwende bei den Corona-Neuinfektionen steuert Österreich nach den Worten des Gesundheitsministers Rudolf Anschober auf eine baldige Überlastung des Gesundheitssystems zu.

Montag, 02.11.2020, 11:43 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 11:46 Uhr
Zwei Personen, die Mund-Nasen-Schutz tragen, stehen in Wien neben einem Hinweisschild für das korrekte Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung. Foto: Georges Schneider

Mit einer kritischen Lage wäre dann in der zweiten Novemberhälfte zu rechnen, sagte Anschober in Wien. Binnen einer Woche sei die Anzahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten um 78 Prozent gestiegen. Daher sei es notwendig, dass sich die Bevölkerung strikt an die neuen Maßnahmen im teilweisen Lockdown halte. Diesen Dienstag schließen die Gastronomie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot, landesweit ist das Verlassen der Wohnung zwischen 20 und 6 Uhr nur zu bestimmten Zwecken erlaubt.

Am Montag wurden laut Anschober in Österreich 4135 Neuinfektionen verzeichnet. Das sei zwar deutlich weniger als zuletzt, aber wohl der für das Wochenende typischen geringeren Anzahl der Meldungen geschuldet. Die Regierung rechne in dieser Woche weiterhin mit stark steigenden Zahlen, sagte Anschober. Der Effekt des teilweisen Lockdowns werde sich erst in rund zwei Wochen zeigen.

«Unser Ziel ist es, im Dezember schrittweise wieder zu öffnen und zu einem halbwegs normalen Leben zurückzukehren», hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Wochenende betont. «Es ist notwendig, diesen Schritt zu setzen, um eine Überlastung der Intensivmedizin zu verhindern.» Noch vor drei Wochen hatte die Regierung in Wien betont, ein zweiter Lockdown sei nicht denkbar. «Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen», hatte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am 11. Oktober dem Sender ORF gesagt.

© dpa-infocom, dpa:201102-99-175828/2

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