Gegen den Verschleiß
Wie lange muss ich mein Auto im Winter warmfahren?

Motoren arbeiten optimal bei Betriebstemperatur. Dauert es im Winter länger, bis diese erreicht wird? Und müssen Autofahrer dafür erstmal motorschonend unterwegs sein und erst später normal Gas geben?

Dienstag, 04.02.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 05:22 Uhr
Es empfiehlt sich, ein kaltes Auto möglichst sanft warmzufahren. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Erfurt (dpa/tmn) - Kalte Temperaturen im Winter stellen Autofahrer und Motoren vor besondere Herausforderungen. Es empfiehlt sich daher, ein kaltes Auto möglichst sanft warmzufahren. Aber was heißt das? Und wie erkenne ich, dass der Wagen die Betriebstemperatur erreicht hat?

Der Motorverschleiß steigt beträchtlich

Bei einem Auto sind im Winter vor allem die Schmierstoffe besonders gefordert, erläutert Achmed Leser vom Tüv Thüringen. Mit niedrigeren Temperaturen steigt die Viskosität von Motor- und Getriebeöl - es wird zähflüssiger und kann unter Umständen nicht alle Stellen ausreichend schützen. Wer seinen Motor jetzt mit Vollgas und hohen Drehzahlen fordert, erhöht den Verschleiß beträchtlich, sagt Leser.

Im Extremfall kann es zum kapitalen Motorschaden kommen, wenn bewegliche Metallteile ohne schützende Ölschicht miteinander in Kontakt kommen. Erst wenn alle Flüssigkeiten ihre Betriebstemperatur erreicht haben, sollte man Motor und Getriebe mehr als nötig fordern. Und da die Flüssigkeiten bei längerer Standzeit im Winter deutlich kälter werden als im Sommer, dauert es auch länger, bis die Betriebstemperatur erreicht ist.

Zeit bis zur Betriebstemperatur hängt von mehreren Faktoren an

«Eine generelle Aussage zur Dauer des Warmfahrens ist nicht möglich», erläutert Achmed Leser. Je nach Außentemperatur, Standzeit und Fahrzeugtyp könne diese Zeit um mehrere Minuten variieren. «Im Normalfall sollten aber alle Flüssigkeiten spätestens nach 10 bis 15 Minuten Fahrzeit ihre optimale Betriebstemperatur erreicht haben.»

In vielen Autos kann man die Temperatur von Wasser und Öl ablesen, bei einigen modernen Fahrzeugen verstecken sich diese Informationen aber in den digitalen Menüs - und manche Hersteller verzichten ganz darauf, den Fahrer über die Temperaturen zu informieren. «Hier hilft nur der Blick auf die Uhr, wobei lieber etwas länger behutsam gefahren werden sollte als etwas zu kurz», rät der Tüv-Experte.

Nachrichten-Ticker