Vorsichtige Jahresprognose
Playstation bringt Sony starkes Quartal

In der Corona-Krise griffen mehr Menschen zu Videospielen. Sony profitiert davon mit seinem Playstation-Geschäft. Doch andere Bereiche des Elektronik-Riesen kämpfen mit Problemen.

Dienstag, 04.08.2020, 14:04 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 14:08 Uhr
Sonys Playstation bring nach wie vor viel Geld in die Firmenkasse ein. Hier spielt ein junger Mann mit der Spielekonsole vor dem Fernseher. Foto: Britta Pedersen

Tokio (dpa) - Starke Verkäufe von Playstation-Spielen bringen Sony bisher gut durch die Corona-Krise - doch der japanische Elektronikriese stellt sich bereits auf einen Gewinnrückgang im laufenden Geschäftsjahr ein.

Unter anderem erwartet Sony ein schlechteres Geschäft bei seinen Kamera-Sensoren. Sie kommen in Smartphones vieler Hersteller zum Einsatz, der Handy-Markt steht gegenwärtig aber unter Druck.

Im vergangenen Quartal konnte das Playstation-Geschäft die Rückgänge in anderen Bereichen noch sehr gut abfedern. Der Konzerngewinn stieg in dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 53,3 Prozent auf 233,2 Milliarden Yen (1,9 Milliarden Euro). Der Umsatz erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 1,97 Billionen Yen.

Im Spiele-Bereich sprang der Umsatz um fast ein Drittel auf 606 Milliarden Yen hoch. Zum einen verzeichnete das Geschäft mit Videospielen in der Pandemie insgesamt kräftige Zuwächse - zum anderen gab es mit «The Last of Us Part II» ein neues exklusives Playstation-Game. Der operative Gewinn stieg von 74 auf 124 Milliarden Yen. Sony bereitet sich jetzt auf die Markteinführung der Playstation 5 zum Weihnachtsgeschäft vor. Die Verkäufe der aktuellen Playstation 4 sinken entsprechend bereits seit einiger Zeit.

Sonys Geschäft mit Filmen und TV-Sendungen trug trotz geschlossener Kinos ebenfalls 24 Milliarden Yen zum Quartalsergebnis bei - dank der gestiegenen Einnahmen im Fernsehbereich. Zugleich rechnet Sony bereits damit, dass die negativen Effekte der Corona-Krise im Filmgeschäft noch zwei bis drei Jahre zu spüren sein werden.

Im Elektronik-Geschäft, der einstigen Kernsparte von Sony, sackte der Umsatz um 31 Prozent auf rund 332 Milliarden Yen ab. Die Corona-Krise habe zu niedrigeren Verkäufen von Digitalkameras, Fernsehgeräten sowie anderer Audio- und Videotechnik geführt. Beim operativen Ergebnis gab es einen Verlust von 9 Milliarden Yen statt der 25 Milliarden Yen Gewinn ein Jahr zuvor. Im Rest des Geschäftsjahres hofft Sony auf ein besseres Ergebnis in der Sparte dank Sparmaßnahmen.

Bei Kamerasensoren gab es im vergangenen Quartal einen Umsatzrückgang von elf Prozent auf gut 206 Milliarden Yen, das operative Ergebnis halbierte sich mit rund 25 Milliarden Yen. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet Sony in der Sparte mit einem Umsatzrückgang von sieben Prozent.

Im gesamten Konzern erwartet Sony für das noch bis Ende März 2021 laufende Geschäftsjahr nun mit einen Gewinnrückgang von 12,4 Prozent auf 510 Milliarden Yen.

© dpa-infocom, dpa:200804-99-37468/2

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