Passend zum Herbst
Semmelknödel mit Pilz-Bourguignon und Birnen-Rotkraut

In der Ruhe liegt der Geschmack: Das gilt besonders für dieses Weihnachtsrezept aus Knödeln, Rotkraut und Pilzen. Food-Blogger Manfred Zimmer kocht es vor - und erhält so noch mehr Geschmack.

Mittwoch, 04.11.2020, 04:14 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 04:16 Uhr
Kräftiges Pilz-Bourguignon passt perfekt zu fruchtigem Rotkraut und selbst gemachten Semmelknödeln. Foto: Manfred Zimmer

Hamburg (dpa/tmn) - Mit Weihnachten verbinden sicherlich viele einige Rituale. Auch mit dem Weihnachtsgericht. Manche kochen gerne mit anderen zusammen, andere wiederum sind dabei gerne für sich.

So geht es mir. Ich bereite Essen gerne vor und empfinde das Kochen als etwas Meditatives. Ich stelle mir vor, wie das gemeinsame Essen werden wird, und konzentriere mich auf die Zutaten, die Hitzegrade, das Würzen und die Düfte.

Dieses Weihnachtsgericht bietet viele Möglichkeiten. Es kann gemeinschaftlich zubereitet, in Teilen oder ganz vorgekocht werden. Falls Sie es am Vortag kochen, können sich die Aromen gut miteinander bekannt machen. Das finde ich wunderbar.

Semmelknödel mit Pilz-Bourguignon und Birnen-Rotkraut

Zutaten für 2 Portionen

Für das Pilz-Bourguignon: 300 g Möhren, 400 g Sellerie, 3 mittelgroße Zwiebeln, 250 g Kräuterseitlinge, 300 g braune Champignons, 4 EL Olivenöl, 1 EL Rohrohrzucker (bitte nicht Rohrzucker), 4 Stängel frischer Thymian, 1 geh. EL fein gehackter frischer Thymian, 70 g Butter, ca. 200 ml trockener Burgunder, 150 ml Gemüsebrühe, 2 EL Tomatenmark, Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für das Birnen-Rotkraut: 700 g frisches Rotkraut, 1 mittelgroße Zwiebel, 20 g Butter, 200 ml Gemüsebrühe, 40 ml Apfelessig, 1 TL Zimt, Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, 50 ml Rotwein, 1 geh. EL Johannisbeer-Marmelade, 1 Birne

Für die Semmelknödel: 180 g trockene Brötchen (wirklich richtig trocken sollen sie sein), 150 ml Milch, etwas Muskatnuss, 1 kleine Zwiebel, 30 g Butter, 5 g Blattpetersilie (ca. eine Handvoll), 1 Ei, Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

1. Für das Ofengemüse den Ofen auf 220 Grad (Umluft) vorheizen. Gehen Sie nach Ihrer Erfahrung mit Ihrem Herd. Jeder Herd ist ja anders.

2. Die Möhren und den Sellerie schälen. Beides in ca. 1,5 cm dicke Stücke schneiden. Zwei Zwiebeln schälen und in grobe Stücke schneiden. Das Gemüse in eine Kasserolle oder auf ein Backblech geben. 4 EL Olivenöl darüber verteilen und alles gut umrühren. Nach Gusto salzen. Den Rohrohrzucker darüber streuen. Die Thymianstängel obenauf legen.

3. Das Gemüse kommt nun für ca. 30 bis 40 Minuten auf der mittleren Schiene in den Ofen. Wichtig: Zwischendurch immer wieder einmal wenden. Das Ofengemüse sollte später Röststellen haben und weich, aber bissfest sein. Wenn es die richtige Bissfeste hat, zur Seite stellen.

4. Am besten verwenden Sie im nächsten Schritt einen gusseisernen Schmortopf. Die Champignons halbieren und die Kräuterseitlinge so zerteilen, dass sie in etwa so groß wie die Champignonhälften sind. Die Zwiebel in Würfel schneiden und in 40 g zerlassener Butter glasig andünsten. Dann kommen die Pilze dazu. Alles nach Geschmack salzen und pfeffern.

Die Pilze so lange andünsten, bis sie weich, aber noch bissfest sind. Den Rotwein und die Gemüsebrühe dazugeben und ca. 15 Minuten köcheln lassen.

5. Zum Schluss geben Sie die restliche Butter, das Tomatenmark und den fein gehackten Thymian dazu. Gut umrühren und noch einige Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zur Seite stellen.

Falls das Pilz-Bourguignon aus Ihrer Sicht später noch etwas mehr Flüssigkeit haben sollte, einfach noch etwas Burgunder dazugeben, gut umrühren und kurz köcheln lassen.

6. Für das Rotkraut: Den Rotkrautkopf vierteln. Die äußeren, ersten dunklen Blätter entfernen und die Viertel in Streifen schneiden. Die Zwiebel in Würfel schneiden. Die Butter in einem Topf zerlassen und die Zwiebelwürfel darin andünsten. Dann die Rotkrautstreifen in den Topf geben und den Zimt und Essig dazugeben - alles gut umrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, und anschließend so lange andünsten, bis die Rotkrautstreifen in sich zusammenfallen. Dann mit Gemüsebrühe ablöschen, das Lorbeerblatt dazugeben und mit Deckel obenauf ca. 20 bis 30 Minuten leicht köcheln lassen.

7. Nach dieser Zeit den Rotwein und die Johannisbeermarmelade dazugeben, alles gut umrühren. Und noch einmal ca. 5 Minuten köcheln lassen. Das Rotkraut sollte jetzt weich, aber noch etwas bissfest sein. Wenn dies noch nicht der Fall ist, noch ein bisschen köcheln lassen.

8. Die Birne vierteln und schälen. Das Kerngehäuse entfernen. Die Viertel in grobe Stücke schneiden und zu dem Rotkraut geben. Alles gut umrühren und noch einmal kurz köcheln lassen. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Deckel obenauf zur Seite stellen.

9. Für die Semmelknödel die Brötchen in Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Die Milch erwärmen, etwas geriebene Muskatnuss dazugeben und alles über die Brötchenwürfel gießen. Mit der Hand gut durchmischen, sodass die Würfel alle durchfeuchtet werden. 15 Minuten stehen lassen.

10. Die Blattpetersilie grob hacken. Die Zwiebel in Würfel schneiden und in der zerlassenen Butter glasig dünsten. Die gehackte Blattpetersilie dazugeben, kurz mitandünsten und alles noch warm über die Brötchenwürfel geben. Vorsicht heiß! Deshalb die Masse zuerst mit einem Löffel vermischen. Wenn sie etwas abgekühlt ist, mit den Händen gut durchkneten. Dann das Ei dazugeben und wieder gut vermengen und kneten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wieder durchkneten und so ca. 10 Minuten stehen lassen.

11. Formen Sie aus der Teigmasse nun vier gleich große Knödel. Währenddessen einen großen Topf mit gesalzenem Wasser aufsetzen. Das Wasser leicht sieden lassen und die Knödel in das Wasser geben. Dort bleiben sie für 15 Minuten. Falls Sie die fertigen Knödel später aufwärmen wollen, geben Sie sie kurz in siedendes Wasser.

12. Finish: Nun kommt es natürlich darauf an, was Ihre Strategie war. Haben Sie alles vorbereitet oder nur Teile davon? Oder kochen Sie alles am Tag des Essens?

Auf jeden Fall aber die Klöße auf den Tellern verteilen, dazu das Birnen-Rotkraut - und schließlich etwas Soße über oder neben die Klöße geben.

Mehr Rezepte unter https://www.herrgruenkocht.de

© dpa-infocom, dpa:201103-99-192436/3

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