Götterfrüchte in Orange
Kaki, Sharon & Co. versüßen den Winter

Kaki, Sharon oder Persimon? Die Vielfalt der Götterpflaume verwirrt. Auch optisch ähneln sich die Früchte. Wie lassen sich Unterschiede erkennen? Und wann ist eine Kaki wirklich reif?

Mittwoch, 09.12.2020, 04:45 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 04:53 Uhr
Ist die Kaki beim Kauf noch sehr fest und damit nicht ganz reif. Dann sollte man sie noch etwas liegen zu lassen, damit sie nachreift. Foto: Zacharie Scheurer

Bonn (dpa/tmn) - «Im Prinzip ist es mit der Kaki wie mit Äpfeln», erklärt Ulrike Bickelmann von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Kaki sei der Name einer Frucht, die in verschiedenen Sorten angeboten werde.

Über 2000 sollen es allein in Asien sein. Da komme die Kaki ursprünglich her, sagt Anneliese Frank, Ernährungswissenschaftlerin vom Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL). In Japan etwa sei die «Götterfrucht» ein Symbol des Glücks.

Von Rojo Brillante bis Fuyu

In Deutschland ist die Vielfalt nicht ganz so groß. «Im November ist bei uns im Handel hauptsächlich die Kaki-Sorte Rojo Brillante aus Spanien zu finden», erläutert Bickelmann. Sie werde unter dem geschützten Handelsnamen Persimon verkauft.

Etwas später im Jahr kommt die Sorte Triumph dazu, die unter den Handelsnamen Sharon (Israel) oder Sharoni (Südafrika) angeboten wird. Sie ist etwas flacher und kleiner und wurde erstmals in Israel in der Sharonebene angebaut - daher der Name, wie Frank darlegt.

Um Weihnachten herum gibt es dann Kaki Tipo aus Italien. «Sie ist fast rund und bei uns etwas seltener», weiß Bickelmann. Italiener lieben sie geleeartig weich. «Sie ist fast durchscheinend und erst dann gut essbar.» Am besten wie eine Kiwi auslöffeln.

Darüber hinaus ist die Sorte Fuyu bekannt, in Italien Cachi Mela genannt, wie Köchin und Autorin Letitia Clark berichtet. Sie lebt auf Sardinien und hat das Glück, dort direkt an der Kaki-Quelle zu sitzen. Fuyu ist zwar laut BLE die weltweit bedeutendste Sorte, am deutschen Markt aber kaum vertreten.

Mit oder ohne Schale?

«Die Cachi Mela ist fest und süß und hat einen vanilleähnlichen Geschmack», erklärt Clark. Sie könne in Scheiben wie ein Apfel gegessen oder in Salaten verwendet werden. Apropos Apfel, da stellt sich gleich die erste Glaubensfrage: Sollte man die Kaki mit oder ohne Schale essen?

«Die Schale ist etwas lederartig», beschreibt TV-Köchin und Bloggerin Stina Spiegelberg. Ob man sie mitesse, sei Geschmackssache. Ernährungsphysiologisch habe man keinen Vorteil davon, die Schale mitzuessen, sagt Bickelmann.

Ist die Kaki beim Kauf noch sehr fest und damit nicht ganz reif, empfiehlt Frank, die Frucht bei Zimmertemperatur etwas liegen zu lassen, damit sie nachreift. Auch eine Aufbewahrung im Kühlschrank sei möglich, erklärt Bickelmann. «Die Deutschen mögen Kaki und Persimon eher mit festem Fruchtfleisch», meint Spiegelberg. In diesem Zustand sei die Farbe der Frucht von Bedeutung: je dunkler orange, desto süßer ist die Frucht.

Tannine verursachen pelziges Gefühl im Mund

Das Thema Reife ist bei Kakis sehr wichtig. Werden die Früchte geerntet, enthalten sie Tannine, also Gerbstoffe. «Sie rufen ein pelziges Gefühl im Mund hervor», führt Bickelmann aus. Deshalb würden etwa Rojo Brillante bevor sie den Weg nach Deutschland antreten, mit CO2 behandelt, das entfernt die Tannine. «Das ist völlig ungefährlich und harmlos», versichert Bickelmann.

Sind Kakis sehr reif und weich, lassen sie sich zum Beispiel pürieren oder in einem Früchtebrot weiterverarbeiten, wie Spiegelberg vorschlägt. «Gerade für Smoothies ist die Kaki ideal, weil sie schon eine natürliche Fruchtsüße mitbringt», sagt Spiegelberg.

Braune Stellen kann man aber bedenkenlos essen. «Das ist kein Zeichen für Fäulnis oder Verderb», betont Ernährungswissenschaftlerin Frank. Auch geschmacklich habe das keine Auswirkungen.

Kaki-Aroma passt zu Nüssen und in Babybrei

Generell passen die Früchte gut zu allem, was cremig ist, wie Pudding, Mascarpone und Eiscreme oder in herzhafte Rezepte. So verbindet Clark die süße Kaki gern mit allem, was bitter ist, wie Endiviensalat oder Radicchio und kombiniert das mit Schinken.

Für Stina Spiegelberg ergänzen geröstete Nüsse oder Schokokuchen das Kaki-Aroma. Aber auch in einer Bratensoße oder in einem Curry macht sich die Kaki gut, findet Frank. «Dadurch, dass sie so ein feines und mildes Aroma hat, ist sie ideal für Kinder oder für Babynahrung.»

Rezept für Kaki-Früchtebrot von Stina Spiegelberg

Gerade reife Kakis lassen sich sehr gut in einem Kuchen verarbeiten, meint TV-Köchin Stina Spiegelberg. Mandeln und winterliche Gewürze machen dieses Früchtebrot süß und wärmend.

Zutaten für eine 18cm Kastenform:

60 g Sultaninen, 2 kleine Kakis (300 g), 300 g Weizenmehl Type 550 oder Dinkelmehl Type 630, 100 g gemahlene Mandeln, 1 geh. EL Speisestärke, 80 g Rohrohrzucker, 2 TL Backpulver, Zimt, Salz, Vanille, Nelken, Pfeffer, 20 g Orangeat, 250 ml Wasser, 20 g Pflanzenöl, 1 EL Apfelessig

Zubereitung:

1. Die Sultaninen 1-2 Stunden in Wasser einweichen, dann abschütten. Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

2. Die Kaki auf ihre Reife prüfen. Reife Früchte sind dunkelorange und recht weich, ihr Fruchtfleisch kann für dieses Rezept ausgelöffelt und zerkleinert werden. Noch unreife, festere Früchte oder größere Kakis können in Scheiben in der Pfanne ohne Öl 5-10 Minuten geröstet werden. So verleiht man ihnen noch mehr Aroma. Anschließend mit den 250 ml Wasser mixen.

3. In einer großen Rührschüssel Mehl, Mandeln, Stärke, Zucker, Backpulver und die Gewürze mischen. Das Orangeat fein hacken, dann mit der Kaki-Mischung, dem Öl und Essig zum Mehl geben. Mit einem Holzlöffel kurz durchrühren.

4. Eine 18cm Kastenform mit Backpapier auslegen und den Teig darin glatt streichen. 45-60 Minuten backen, dann in der Form abkühlen lassen.

Letitia Clark: Rezept für Kaki, Prosciutto, Endivie und Walnüsse

Kakis machen sich nicht nur gut im Obstsalat, findet Köchin und Autorin Letitia Clark. Ihre Süße könne auch die Bitterkeit von Salatblättern ausgleichen. In diesem Rezept aus Clarks Buch «Isola Sarda - Rezepte und Geschichten aus Sardinien» werden Kakis mit Salzigem, Bitterem und Knackigem kombiniert.

Zutaten für 4-6 Personen:

2,5 EL Olivenöl, 2 reife Kakis, abgeriebene Schale und Saft von 1 Bio-Orange, Saft von 1 Zitrone, Meersalz, 2 Köpfe Endivie oder ein anderer bitterer Blattsalat wie Radicchio, oder eine Kombination von beidem, 4-6 Scheiben Prosciutto, 1 Handvoll Walnusskerne

Zubereitung:

1. Für das Dressing Olivenöl, Saft und Abrieb der Zitrusfrüchte sowie Salz verquirlen.

2. Das Fruchtfleisch aus den Kakis herauslösen und als bernsteinfarbene Kleckse auf einer Servierplatte verteilen.

3. Die Salatblätter in einer großen Schüssel mit dem Großteil des Dressings mischen und auf die Kakikleckse geben. Diese mit dem restlichen Dressing beträufeln, die Schinkenscheiben darauf anrichten und die Walnusskerne darüberstreuen. Sofort servieren.

Service:

Letitia Clark: «Isola Sarda - Rezepte und Geschichten aus Sardinien»,, ars vivendi, 256 Seiten, 26,00 Euro, ISBN-13: 978-3-7472-0205-0.

© dpa-infocom, dpa:201208-99-617527/6

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Pelzig schmeckende Kakis noch etwas länger liegen lassen

Sie schmecken eigentlich wie ein göttlicher Mix aus Aprikose, Birne und Vanille. Doch manchmal hinterlässt eine Kaki auch einen pelzigen, bitteren Geschmack auf der Zunge. «Das liegt an den Gerbstoffen», sagt Fruchtexpertin Ulrike Bickelmann von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Werden die Früchte geerntet, enthalten sie Tannine, also Gerbstoffe. Deshalb würden Kakis, etwa der Sorte Rojo Brillante, bevor sie den Weg von Spanien nach Deutschland antreten, mit CO2 behandelt. Das entfernt die Tannine. «Das ist völlig ungefährlich und harmlos», versichert Bickelmann.

Allerdings könne es die eine oder andere Frucht geben, die noch einen kleinen Anteil von Tanninen enthält. «Sensible Personen schmecken das dann noch raus.» Der pelzige Belag auf der Zunge ginge leider nicht durch eine bestimmte Speise oder ein Getränk weg. Wer ganz sicher gehen will, sollte die Kaki also am besten noch etwas länger liegen lassen, rät Bickelmann.

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