Familie
Nicht nur für Seeleute: So läuft eine Seebestattung ab

In Deutschland gibt es zahlreiche unterschiedliche Bestattungsmöglichkeiten, zwischen denen bei einem Todesfall gewählt werden kann. 

Montag, 02.12.2019, 12:52 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 12:54 Uhr
Foto: Photo by YUCAR FotoGrafik on Unsplash

Die klassischen Bestattungsarten sind die Erdbestattung und die Feuerbestattung, die damit enden, dass die sterblichen Überreste des Verstorbenen auf einem Friedhof wie etwa dem Zentralfriedhof Münster beigesetzt werden. Wer zu Lebzeiten eine starke Affinität zur Seefahrt oder dem Meer hat, wünscht sich aber vielleicht eine Seebestattung : Bei dieser wird die Urne mit der Asche des Verstorbenen dem Meer übergeben. Entgegen gängiger Annahmen ist dies nicht nur für Seeleute möglich – allerdings gelten bestimmte Voraussetzungen und Regelungen.

Was ist eine Seebestattung?

Unter einer Seebestattung versteht man das Versenken einer Urne mit den sterblichen Überresten eines Menschen im Meer. Dabei wird aber nicht etwa die Asche ins Wasser gestreut, wie man es in Filmen oftmals sehen kann: Dies ist in Deutschland verboten. Es ist aber möglich, die verschlossene Urne dem Meer zu übergeben. In Auftrag gegeben wird eine solche Seebestattung immer vom gewählten Bestattungsunternehmen. Abhängig vom jeweiligen Bundesland muss dieser binnen 24 beziehungsweise 36 Stunden nach dem Todesfall beauftragt werden. Nach dem Kremieren des Leichnams nimmt der Bestatter die Überführung der Urne vor. Seebestattungen sind in der Bundesrepublik in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern möglich. Das Schiff muss zum Versenken der Urne mindestens drei Seemeilen von der Küste entfernt sein. Die Urne selbst sollte aus wasserlöslichen Materialien gefertigt sein; allerdings variieren die genaue Vorschriften hier von Bundesland zu Bundesland: So ist es in Schleswig-Holstein nicht erlaubt, der Urne Gegenstände beizufügen, die nicht wasserlöslich sind, während Mecklenburg-Vorpommern hierbei keine Einschränkungen macht.

So läuft eine Seebestattung ab

Sollen bei der Beisetzung auf hoher See Trauergäste anwesend sein, ist es ratsam, sich zeitnah mit der zuständigen Reederei in Verbindung zu setzen. Mit dieser können die Details wie der Bestattungstermin, die Anzahl der Trauergäste und weitere Faktoren abgesprochen werden. Auch das Organisieren und Bereitstellen von Blumenschmuck sowie Kaffee und Kuchen ist in diesem Zusammenhang möglich. Am Tag der Bestattung befindet sich die Urne im Innenbereich des Schiffs. Die Flagge ist auf Halbmast gesetzt. Der Kapitän steuert das Schiff aufs Meer hinaus. Wird die entsprechende Stelle erreicht, stoppen die Motoren, und die Schiffsglocke wird viermal geläutet. Der Kapitän und die Hinterbliebenen bringen die Urne an Deck. Es wird eine Trauerrede gehalten, bevor die Urne schließlich dem Meer übergeben wird.

Was gilt es bei der Seebestattung zu beachten?

Im Idealfall hat der Verstorbene bereits zu Lebzeiten eine Seebestattungsverfügung ausgestellt, um den Hinterbliebenen unnötige Formalitäten zu ersparen. Es ist aber auch möglich, eine entsprechende Willenserklärung im Namen des Verstorbenen zu unterschreiben, wenn bekannt ist, dass dieser ausdrücklich eine Seebestattung gewünscht wurde. Zu beachten ist bei einer Seebestattung in jedem Fall, dass es auf See oftmals kalt und windig ist: Angemessene wetterfeste Kleidung ist daher ratsam. Vorab sollte in diesem Zusammenhang ebenfalls geklärt werden, ob unter Deck ausreichend Platz für alle Trauergäste zur Verfügung steht. Beim Übergeben der Urne an das Meer können auf Wunsch Blumen hinterher gestreut oder Steine mit Sprüchen und Erinnerungen ins Wasser gegeben werden. Hierbei muss es sich aber immer um natürliche Materialien handeln.

Nachrichten-Ticker