Finanzen
Eigenheimfinanzierung mit Hauskredit – Informatives zum Schutz vor der Schuldenfalle

Bis zum Einzug ins Eigenheim müssen einige Hürden überwunden werden. Insbesondere in finanzieller Hinsicht werden Verbraucher mit erheblichen Risiken konfrontiert. Um nicht in die Schuldenfalle zu tappen, braucht es eine solide Finanzierung. Neben genügend Eigenkapital ist die Berücksichtigung sämtlicher Kosten entscheidend.

Montag, 04.11.2019, 11:39 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 11:43 Uhr
Foto: TierraMallorca – pixabay.com

Ob Hauskredit, Immobilienkredit, Baukredit, Immobilienfinanzierung oder Baufinanzierung: Es gibt viele Begriffe, um den Bedarf an Fremdkapital für die Investition in eine Immobilie zu beschreiben. Gemeint ist damit immer eine Finanzierung, um die privaten Mittel zu ergänzen. Eine für Privatpersonen empfehlenswerte Variante eines Hauskredits ist als Tilgungsdarlehen bekannt. Diese Darlehensvariante ist geprägt von regelmäßigen Tilgungsraten und guter Planbarkeit. Zu meiden sind hingegen kombinierte Angebote, die beispielsweise eine Lebensversicherung oder einen Bausparvertrag umfassen. Diese Kombidarlehen sind häufig mit erhöhten Kosten, Vorfälligkeitsentschädigungen und Schwierigkeiten beim Umschulden verbunden.

Der Bedarf an Eigenkapital wird unterschätzt

Historisch niedrige Kreditzinsen, steigende Mietkosten, verlockende Fördergelder wie das Baukindergeld. Es gibt genügend Gründe, die derzeit für die Investition in ein eigenes Haus sprechen. Trotz günstiger Ausgangslage dürfen Verbraucher die erforderliche Eigenkapitalsumme nicht unterschätzen. Die Empfehlungen gehen dahingehend stark auseinander. In vielen Ratgeber ist von 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises die Rede, teilweise werden bis zu 40 Prozent empfohlen. Hinzu kommen die Kaufnebenkosten bestehend aus Grunderwerbsteuer, Makler, Notar und Grundbucheintrag sowie Erschließungsarbeiten, die Haushalte ebenfalls aus eigener Kraft finanzieren sollten. Ein kritischer Blick auf das Haushaltsplus, das sich aus der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben ergibt, ist ebenfalls elementar, um realistische Monatsraten zu kalkulieren. Unabhängige Hilfe zur Berechnung des maximalen Kaufpreises einer Immobilie leisten die Finanzierungsexperten der NIST GmbH mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen erstellt auf Wunsch Finanzierungszertifikate, die Verbrauchern die Gewissheit geben, dass sie sich ihr geplantes Eigenheim leisten können. Im Wissensportal bieten die Experten ausführliche Beratung über das Thema Hauskredit
Eigenkapitalanteil steigern: Als Eigenkapital betrachten Banken nicht nur Barvermögen. Auch Eigenleistungen, Arbeitgeber- und Verwandtendarlehen, Wertpapiere und Bausparguthaben lassen sich zur Steigerung privater Mittel einsetzen. Besonders günstig, gelingt die Kapitalbeschaffung mit einem zinslosen Verwandtendarlehen.

Realistisch planen

Ein fataler Fehler, der bei der Immobilienfinanzierung regelmäßig gemacht wird, sind mangelnde Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben. Dass möglichst viel Eigenkapital in das Darlehen fließen sollte, ist zwar richtig, jedoch darf nicht auf eine eiserne Reserve verzichtet werden. Schließlich können sich jederzeit Unkosten ergeben, die nicht planbar sind. Typische Beispiele sind teure Reparaturen am Auto und defekte Haushaltsgeräte. Mit derartigen Ausgaben ist immer zu rechnen. Bleibt dann kein finanzieller Puffer, geraten Hauskäufer beziehungsweise Bauherren schnell in eine existenzbedrohende Lage. Mindestens drei Monatsnettoeinkommen sollten neben der Immobilienfinanzierung als Erspartes kurzfristig verfügbar sein. Tagesgeldkonten sind hierfür gut geeignet, da Kontoinhaber täglich Zugriff darauf haben. Im Zweifelsfall fällt die Entscheidung besser für ein günstigeres Objekt, um das Risiko einer Verschuldung zu minimieren.

Niedrige Zinsen - lange Zinsbindung

Um von der Niedrigzinsphase möglichst lang zu profitieren, wird die Zinsbindung entsprechend ausgedehnt. Lange Laufzeiten mit Festzinsen über mindestens zehn Jahre sind vorteilhaft. Damit die Beschaffung von Fremdkapital letztendlich möglichst günstig bleibt, ist der Schuldenberg zügig abzutragen. Ein Prozent Tilgung pro Jahr sollte nicht unterschritten werden. Sind die Zinsen niedrig, ist ein höherer Tilgungssatz ratsam.
 
Damit das Eigenheim im Rentenalter eine finanzielle Entlastung durch eingesparte Mietkosten darstellt, muss es bis zum Beginn des Ruhestands schuldenfrei sein. Zur Berechnung der maximalen Tilgungsdauer gilt es das Lebensalter zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme vom geplanten Renteneintrittsalter abzuziehen.

Sondertilgungen vereinbaren und Restschuldauskunft verlangen

Im Idealfall sind Sondertilgungen im Rahmen des Hauskredits kostenlos. Derartige Vereinbarungen müssen im Vertrag zu finden sein. Ansonsten drohen Vorfälligkeitsentschädigungen oder sonstige Zuschläge für die entgangenen Zinsen. Darüber hinaus sollten sich Kreditnehmer beim Kreditgeber über die Höhe der Restschuld informieren, um zu erfahren, welchen Betrag sie nach der ersten Abschnittsfinanzierung noch abzuzahlen haben. Dementsprechend lässt sich die Anschlussfinanzierung planen.

Nicht verschenken: Staatliche Förderung

Staatliche Zuschüsse sollten sich Verbraucher keinesfalls entgehen lassen. Diese gibt es unter anderem in Form des Baukindergelds und Tilgungszuschüssen für energieeffizientes Bauen von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auf der Internetpräsenz klärt die KfW über die attraktiven Fördermittel und viele weitere Planungsschritte beim Immobilienkauf sowie Neubau auf. Über den Produktfinder finden Verbraucher mit wenigen Klicks passende Förderprodukte .

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