Digitalwirtschaft
Münster und Bitcoin: Wie profitiert die Region von der Öffnung für digitale Währungen?

Kryptowährungen sind aktuell in aller Munde. Rund 90 Prozent der Deutschen geben in Umfragen an, dass ihnen Bitcoin ein geläufiger Begriff ist und in den USA gibt es bereits heute rund 4.440 Bitcoin-Automaten, an denen Kunden die digitale Währung kaufen können. Doch wie sieht es mit der Region Münster aus? 

Dienstag, 31.03.2020, 20:02 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 20:09 Uhr
Foto: Photo by Dmitry Demidko on Unsplash

Neben regelmäßigen Meetings wie dem CryptoMonday Münster und der Beschäftigung mit Blockchain-Technologie vonseiten der Uni Münster, hat man in der Region noch relativ wenig von den digitalen Münzen profitiert. Dies könnte sich allerdings schon bald ändern. Eine Analyse darüber, wie die Stadt von einer Öffnung für Kryptowährungen profitieren würde.

Banken und Bitcoin

Zunächst einmal können Kryptowährungen sehr gut als Anlagen und Zahlungsmethoden verwendet werden - und Münster unternimmt bereits Schritte, um sich dieser Tatsache zu öffnen. Schon seit Anfang 2020 können Banken Kryptowährungen verkaufen und verwahren, die Zustimmung der Bundesländer konnte ohne Probleme gesichert werden. Auch Nordrhein-Westfalen zeigte sich angetan. Immerhin sind auch die hiesigen Sparkassen und Volksbanken von der Aussicht erfreut, endlich digitale Coins als Geschäftsmodell einsetzen zu können.

Mit dieser Entwicklung geht auch ein größeres Investitionsinteresse von Unternehmen und Privatleuten in Digitalwährungen einher - und die Direktinvestition stellt mit Sicherheit die beste Möglichkeit dar, mit der Münster sich für Bitcoin und andere Coins öffnen könnte. Bereits jetzt ist es Anlegern möglich, bei vielen Brokern im Netz das eigene Geld in Kryptowährungen anzulegen. Die bevorzugte Kryptowährung kann dabei entweder einzeln erstanden  oder in Handelspaaren gehandelt werden. Anleger profitieren hier von einer großen Volatilität, indem sie auf fallenden oder steigenden Märkten traden können. Öffnen sich die Banken in Münster allerdings in naher Zukunft weiter den digitalen Währungen, so würden diese Vorteile einer deutlich größeren Zahl an Anlegern zugutekommen. Immerhin vertrauen nach wie vor viele Trader auf die persönliche Beratung einer Bank - auch wenn die Angebote über das Internet inzwischen stark an Qualität zugenommen haben. Die Banken in der Region sind für die Öffnung also bereit.

Die Macht der Blockchain

Eine gänzlich andere Form der Öffnung ist ebenfalls für die Privatwirtschaft eine Möglichkeit: So können Unternehmen nicht nur direkt in Kryptowährungen investieren. Die Region könnte nämlich auch verstärkt auf die hinter den digitalen Münzen stehende Blockchain-Technologie setzen. Andere Gebiete Deutschlands zeigen bereits, wie dies funktioniert und wie örtliche Arbeitnehmer und Arbeitgeber von Blockchain und Kryptowährungen profitieren können. Das in Dresden ansässige Blockchain-Start-up evan.network arbeitet zum Beispiel  an digitalen Fahrzeugbriefen für Carsharing-Systeme sowie an fälschungssicheren digitalen Produktsiegeln. Auch die Region Münster kann von derartigen Einsatzmöglichkeiten profitieren - die Fälschungssicherheit der Blockchain-Technologie macht Kryptowährungen in vielen Gebieten äußerst attraktiv, gerade als Zahlungsmittel.

Noch einmal ein Blick über den Tellerrand: München verfügt gleich über ein ganzes Aufgebot an Blockchain-Vorreitern. So zum Beispiel das Start-up Bernstein, das es Unternehmen ermöglichen will, ihre Innovationsprozesse mithilfe der Blockchain festzuhalten. Oder aber Keyp, welches an Identitätsinfrastrukturen arbeitet, dank derer Nutzer mithilfe nicht-zentraler Datenbanken auch ohne aufwändige Passwörter eindeutig identifiziert werden können. Hier hat Münster sich zumindest schon zum Teil für die neuen Entwicklungen geöffnet: Die FH Münster bietet zum Beispiel im Rahmen der Wirtschaftsinformatik schon lange Schwerpunkte wie Smart Contracts, auf Computerprotokollen aufbauende, ressourcenschonende Verträge, die auf Krypto-Plattformen wie Ripple und Ethereum aufbauen, an.

Fazit

Münster öffnet sich verstärkt für Kryptowährungen und dies ist eine positive Entwicklung. Start-ups in der Region profitieren, ebenso wie Privatanleger, Banken und potenziell in Zukunft auch Bereiche wie der öffentliche Nahverkehr. Denn auch hier könnten Bitcoin und andere Währungen eingesetzt werden, um anonyme und sichere Kaufverträge abzuschließen. Man sieht: Bitcoin und Münster - das könnte eine lange und fruchtbare Koexistenz werden.

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