Gesundheit
Hausstauballergie: Beschwerdefrei durch den Alltag

Hausstauballergie zählt zu den häufigsten Allergien in Deutschland. Neben der weit verbreiteten Pollenallergie ist die Hausstauballergie besonders häufig anzutreffen. In Deutschland leidet ungefähr jeder Zehnte an den typischen Beschwerden, die auf eine allergische Reaktion zurückzuführen sind. Die gute Nachricht für Betroffene: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um die Auswirkungen einer Hausstauballergie in den Griff zu bekommen.

Donnerstag, 14.06.2018, 14:33 Uhr

Milben im Hausstaub sind der Auslöser für die weit verbreitete Hausstauballergie. Foto: @ Wikilmages (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Viele Menschen in Deutschland kennen die Anzeichen: Juckende Augen, ein unangenehmes Kribbeln in der Nase, das oft zum Niesreiz führt, die Nase läuft beinahe ununterbrochen und das Atmen fällt schwer. Eine Hausstauballergie geht mit vielen typischen Symptomen einher, die häufig an einen Heuschnupfen oder an eine Erkältung erinnern. Wer an einer Hausstauballergie leidet, ist fast überall in geschlossenen Räumen gefährdet. So können Betroffene im Alltag Abhilfe schaffen.

Kleiner Plagegeist mit großer Wirkung

Auch wenn der Volksmund von einer Hausstauballergie spricht, ist es nicht der Staub selbst, auf den Betroffene allergisch reagieren. Ausgelöst werden die körperlichen Beschwerden durch eine Nichtverträglichkeit bestimmter Allergene im Kot der Hausstaubmilbe. Besonders gerne siedeln sich Hausstaubmilben in Textilien wie Teppichen, Polstermöbeln, Matratzen und Vorhängen an.

Der Kot der Hausstaubmilben enthält Allergene, die freigesetzt werden, wenn der Kot trocknet und zerfällt. Die freigesetzten Allergene können sich dann mit dem Hausstaub vermischen, durch Luftbewegungen verteilt und mit der Atemluft aufgenommen werden. Eine allergische Reaktion tritt meist schon nach sehr kurzer Zeit auf und kann je nach Ausprägung der Allergie äußerst heftig ausfallen. Von einem unangenehmen Juckreiz über eine laufende Nase bis hin zu schwerer Atemnot können die Symptome individuell variieren. Schwere Ausprägungen einer Hausstauballergie können langfristig sogar zu Asthma führen.

Im Mai bis Oktober ist die Population der Hausstaubmilben am stärksten und damit auch die Verbreitung der durch ihren Kot freigesetzten Allergene. Für Hausstauballergiker ist es aber das ganze Jahr über wichtig, ihre Umgebung im Alltag so zu präparieren, dass Hausstaubmilben sich möglichst wenig festsetzen können.

Den Alltag allergikerfreundlich gestalten

Hausstaub ist allgegenwärtig. Deshalb ist es für Hausstauballergiker kaum möglich, den für sie so schädlichen Allergenen vollständig zu entgehen. Es gibt aber zahlreiche Möglichkeiten, um das Vorkommen von Hausstaubmilben im eigenen Umfeld so gering wie möglich zu halten und so auch die allergischen Reaktionen auf ein Minimum zu reduzieren. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e. V. hat einen ausführlichen Flyer zum Thema Innenraumgestaltung für Allergiker herausgegeben. Dort finden Betroffenen weiterführende Tipps.

Der richtige Staubsauger für Allergiker

Auch wenn der Hausstaub selbst nicht der Auslöser für die unangenehme allergische Reaktion ist, für Hausstauballergiker ist es das A und O, ihre Umgebung möglichst staubfrei zu halten. Handelsübliche Staubsauger sind meist nicht in der Lage, das häusliche Umfeld in ausreichendem Maße von den störenden Pollen zu befreien. Wer unter Hausstauballergie leidet, sollte sich deshalb ein spezielles Gerät gönnen, das im Alltag optimale Unterstützung bietet.

Das Herzstück eines solchen Staubsaugers ist ein spezieller Filter, der die Allergene aus Teppichen, Polstermöbeln und Vorhängen filtert und damit verhindert, dass sie immer wieder aufgewirbelt werden und in großer Menge in die Atemluft gelangen können. Spezielle Filter für Allergiker, die so genannten HEPA-Filter, sind so konzipiert, dass sie auch kleinste Partikel wie Pollen und Allergene im Filter zurückhalten und nicht wieder in der Atemluft verwirbeln. Das unabhängige Vergleichsportal haushaltsgeraetetest.de hat verschiedene Markengeräte miteinander verglichen und informiert über die Vorteile von Staubsaugern mit integriertem Filterbeutel zur Unterstützung eines allergikerfreundlichen Haushaltes.

Die Atemluft zuverlässig reinigen

Vor allem stark betroffene Allergiker sollten ihre Atemluft zusätzlich zum Staubsauger mit Pollenfilter durch einen leistungsfähigen Luftfilter reinigen lassen. Speziell auf die Bedürfnisse von Allergikern abgestimmte Geräte sind heute in der Lage, bis zu 99,97 Prozent aller Allergene, die über die Atemluft aufgenommen werden können, herauszufiltern.

Auch die Luftreinigung erfolgt über einen HEPA-Filter, der die allergieauslösenden Partikel und Schadstoffe aus der Luft filtert und fest einschließt. Die speziellen Luftfilter sollten vor allem in Wohn- und Schlafräumen aufgestellt werden. Der Filter ist regelmäßig zu wechseln. Außerdem ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur so gering wie möglich zu halten. Die meisten allergikerfreundlichen Luftfilter senken auch die Luftfeuchtigkeit auf ein gesundes Maß und schaffen damit eine allergenarme Atmosphäre.

Ruhige Nächte trotz Hausstauballergie

Matratzen und Bettwäsche sind ein wahres Paradies für Hausstaubmilben. Sie ernähren sich von den abgestorbenen Hautschuppen, die bei jeder Bewegung im Bett abgerieben werden und nisten sich deshalb besonders gerne in Kissen, Decken und Matratzen ein. Spezielle Allergikerbettwäsche kann das Risiko für Hausstauballergiker deutlich senken.

Allergikergeeignete Bettwäsche besteht aus besonders dichtem Gewebe und wird dadurch undurchlässig für Hausstaubmilben und die von ihnen ausgeschiedenen Allergene. Durch die speziellen Bezüge können die schädlichen Stoffe nicht mehr ungehindert nach außen dringen und im Schlaf vom Allergiker eingeatmet werden. Außerdem sollten Matratzen von Allergikern mit speziellen Encasings versehen werden, das ist ein Schutz, der die Matratze vollständig umschließt und verhindert, dass Hausstaubmilben, Allergene und Hautpartikel von außen in die Matratze eindringen können. Dies verringert eine weitere Einnistung von Hausstaubmilben in der Matratze und lässt bereits vorhandene Milben verhungern, weil keine Hautschuppen mehr ins Innere der Matratze gelangen können.

Hausstauballergiker sollten ihre Bettwäsche außerdem einmal pro Woche abnehmen und bei mindestens 60 Grad waschen. Noch besser ist Bettwäsche, die auch eine Wäsche bei 90 Grad aushält. Auch die Encasings und die Matratze sollten ungefähr alle zwei bis drei Monate gereinigt werden. Es gibt spezielle Milbensauger, die hierfür besonders gut geeignet sind. Damit geht die Empfehlung für Hausstauballergiker weit über das hinaus, was zur Reinigung von Matratzen in allergikerfreien Haushalten empfohlen wird.

Bei Kindern, die auf Hausstaubmilben allergisch reagieren, sollten auch Stofftiere regelmäßig in der Waschmaschine gereinigt und anschließend im Trockner getrocknet werden. Alternativ ist es auch möglich, die Spielzeuge im Gefrierfach für 24 bis 36 Stunden einzufrieren, um darauf abgelagerte Milben abzutöten. Die Reinigung der Stofftiere sollte ebenfalls alle zwei bis drei Monate erfolgen.

Medizinische Hilfe bei Hausstauballergie

Langfristig lässt sich eine Hausstauballergie durch eine so genannte Hyposensibilisierung in den Griff bekommen. Diese Therapie kann in den meisten Fällen beim Hausarzt durchgeführt werden. Dabei wird zunächst getestet, auf welche Allergene der Betroffene reagiert. Anschließend wird dem Körper in regelmäßigen Abständen, meist jeweils nach einer Woche, das betreffende Allergen in Form von Injektionen verabreicht. Die Konzentration der allergieauslösenden Erreger ist zunächst sehr gering, wird im Laufe der Therapie aber gesteigert. Auf diese Weise soll der Organismus systematisch lernen, das zunächst abgelehnte Allergen mit der Zeit zu tolerieren und nicht mehr in eine Abwehrreaktion zu verfallen, die die unangenehmen Begleiterscheinungen auslöst.

Nach einigen Wochen geht die Therapie in eine Phase der Erhaltung über. In dieser Phase wird dem Betroffenen das Allergen nur noch etwa einmal im Monat verabreicht. Die Dosis wird in dieser Phase der Therapie nicht weiter erhöht. Nach zwei bis vier Jahren kann die Hyposensibilisierung abgeschlossen werden. Dies ist allerdings abhängig von der individuellen Ausprägung der Allergie und von der Reaktion auf die Therapie. Über die verschiedenen Varianten der Immuntherapie, mögliche Nebenwirkungen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Umsetzung und den Erfolgsaussichten informiert der Allergieinformationsdienst des Deutschen Forschungszentrums für Gesundheit und Umwelt.

Der Beginn einer Hyposensibilisierung ist jederzeit möglich, sofern der behandelnde Arzt grünes Licht gibt. Da eine Hausstauballergie im Gegensatz zum Heuschnupfen das ganze Jahr über aktiv ist, gibt es keinen bestimmten Zeitpunkt, zu dem eine Behandlung besonders empfehlenswert ist.

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