Gesundheit
Schlafmangel durch Melatoninmangel

Jeden Morgen quält man sich aus dem Bett, obwohl man das Gefühl hat, die ganze Nacht nicht geschlafen zu haben. Fast täglich muss man sich mit Schlafmangel auf der Arbeit herumplagen. Sie kennen das Problem? Kein Wunder, denn die Schlafstörung ist ein Problem, die quer durch alle Bevölkerungsschichten in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen ist.

Donnerstag, 06.06.2019, 10:23 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 10:27 Uhr
Foto: Photo by Annie Spratt on Unsplash

Die Gründe für eine Schlafstörung sind unterschiedlich. Von Stress über Sorgen, die einen nicht ruhig schlafen lassen, bis hin zu Erkrankungen können uns viele Probleme den gesunden Schlaf rauben. Die Schlafstörung könnte allerdings auch eine recht simple Ursache haben, nämlich einen Melatoninmangel.

Schlafmangel durch Melatoninmangel?

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, welches hauptsächlich in der sogenannten Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird. Aber nicht nur die Zirbeldrüse stellt das Hormon her, sondern auch andere Organe des Körpers, wie der Magen, können Melatonin produzieren.

Melatonin reguliert unsere Schlaf- und Wachphasen und ist somit verantwortlich für einen gesunden Schlaf- Rhythmus. Kann der Körper nun das Hormon nicht in ausreichender Menge produzieren, stellen sich schnell Schlafstörungen ein.

In der Zirbeldrüse wird die Produktion von Melatonin durch Dunkelheit angekurbelt und bei ausreichend Licht eingestellt. Wird dieser Rhythmus nun gestört, indem man den Körper zu einem anderen Biorhythmus anhält, kann auch die Produktion von Melatonin nachhaltig aus dem Gleichgewicht gebracht werden. 

Speziell Personen, die im Schichtdienst arbeiten, dürften dieses Problem kennen. Obwohl müde, kann man schlecht ein- beziehungsweise durchschlafen. Der Schlafmangel ist vorprogrammiert.

Das Melatonin und seine Wirkung

Die Produktion des Hormons wird durch die Nerven im Auge gesteuert. Fällt nicht mehr genug Licht auf den Sehnerv, wird ein Prozess in Gang gesetzt. Zuerst wird ein Signal an den Hypothalamus ausgesendet. Der Hypothalamus wiederum aktiviert die Zirbeldrüse, die dann das Melatonin nach und nach in den Blutkreislauf abgibt.
Nach und nach stellt sich die Schläfrigkeit ein, der Körper signalisiert - es ist Zeit, ins Bett zu gehen. Die Produktion des Hormons ist nicht nur Licht bedingt, sondern auch vom Alter abhängig. 

Studien zeigen, dass bei Kindern die Melatonin-Produktion wesentlich höher ist, als bei älteren Menschen, was auch erklärt, warum wir im Alter immer weniger Schlaf benötigen. Eine ausreichende Menge Melatonin im Körper würde uns also auch im Alter ausreichend und gesund schlafen lassen.

Wodurch entsteht ein Melatoninmangel?

Neben Stress und Sorgen und Problemen, die uns einfach nicht "abschalten" lassen, gibt es noch weitere Gründe für einen Melatoninmangel. Hier sind besonders Schicht- und Nachtarbeit zu erwähnen. Wer Nachts arbeiten und tagsüber schlafen muss oder ständig wechselt, wie bei Schichtarbeit üblich, findet in ganz seltenen Fällen sofort die erforderliche Ruhe, um gut einzuschlafen und durchzuschlafen.
Auch die beliebten "Mittagsschläfchen" sind, wenn sie übertrieben werden, nicht förderlich für einen guten Nachtschlaf. Bestimmte Erkrankungen und Medikamente können ebenfalls für einen Melatoninmangel verantwortlich sein. Störende Lichtquellen im Schlafzimmer von Uhrenradios und Co. oder eine Straßenlaterne direkt vor dem Raum können schon ausreichend sein, um die Produktion des Hormons zu stören.

Was man gegen Melatoninmangel unternehmen kann

Im Schlafbereich muss absolute Dunkelheit herrschen. Wer keine Außenrollos an den Fenstern hat, sollte auf Verdunklungsrollos zurückgreifen. Störende Lichtquellen im Schlafbereich so gut wie möglich reduzieren. Tagsüber so oft es geht im Tageslicht aufhalten.
Um ganz auf der sicheren Seite zu sein und einen Melatoninmangel auszugleichen oder zu verhindern, kann man das Hormon in Form eines Nahrungsergänzungsmittels einnehmen. Laut Rezensionen auf Noodoc ist die Einnahme von Melatonin durchaus geeignet, um Schlafstörungen zu beheben.
Bestimmte Lebensmittel wie Cranberrys, Steinpilze, Champignons oder Pistazien enthalten Melatonin und können hilfreich sein, den Melatonin Speicher wieder aufzufüllen.

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