Zahnkosmetik
Veneers: Hollywood-Lächeln zum Aufkleben

Strahlend schöne Zähne – wer möchte das nicht. Wenn die Natur nicht mitspielt, zögern viele Menschen nicht, dem perfekten Hollywood-Smile nachzuhelfen. Eine der neuesten Methoden, um Zähne besser aussehen zu lassen, sind Veneers. Sie eignen sich aber nicht für jeden.

Mittwoch, 06.11.2019, 13:57 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 14:03 Uhr
Foto: Photo by KAL VISUALS on Unsplash

Eine große Zahnlücke, unschöne Verfärbungen durch Rotwein oder Schwarztee, ein Schneidezahn mit abgebrochener Ecke – es gibt viele Gründe, warum der morgendliche Blick in den Spiegel wenig erfreulich ist. Doch so perfekt zu lächeln wie ein Filmstar auf dem roten Teppich muss kein unerreichbarer Traum bleiben. Zumal Schauspieler, Musiker und Social-Media-Stars dem berühmten Hollywood-Smile häufig auf die Sprünge helfen: mithilfe operativer Korrekturen, professionellem Bleaching oder Implantaten.

Oder mithilfe von Veneers. Der Ausdruck stammt aus dem Englischen und bedeutet „Fassade“, „Furnier“ oder „Verblendung“. Bei Veneers handelt es sich um hauchdünne Keramikschalen, die auf die Zahnoberfläche geklebt werden. Dadurch verbergen sie verfärbte oder schiefe Zähne. Oder kaschieren Lücken im Gebiss. Die Zähne erscheinen in der gewünschten Farbe und Form. Und jedes Lächeln strahlt mit mindestens tausend Watt wie ein Scheinwerfer am roten Teppich.

Für klassische Veneers wird der Zahn angeschliffen

Weil sie leicht lichtdurchlässig sind, erinnern Veneers an Kontaktlinsen oder künstliche Fingernägel. Allerdings bestehen sie entweder komplett aus Keramik oder einer Mischung aus Keramik und Kunststoffen. Vollkeramik-Veneers sind extrem langlebig; bei guter Zahnpflege halten die Verblendschalen 15 Jahre und länger. Allerdings kann der Zahnarzt Veneers nur auf gesunde Zähne aufkleben. Alle Zahnerkrankungen und Probleme mit dem Zahnfleisch müssen zunächst behandelt werden, bevor der Zahnarzt mit der ästhetischen Anpassung beginnen kann.

Diese erfolgt in zwei Schritten. Zunächst muss der Zahnarzt den entsprechenden Zahn vorbereiten. Unter örtlicher Betäubung wird die Vorderseite des Zahns angeschliffen, der Zahnarzt trägt dabei zwischen 0,3 und 1 Millimeter vom Zahnschmelz ab. Dann nimmt er einen Abdruck, die als Vorlage für das Dentallabor dient, und setzt einen provisorischen Schutz auf. Anschließend fertigt ein Zahntechniker anhand der Vorlage die individuellen Veneers in Handarbeit an. Bei einem zweiten Termin entfernt der Zahnarzt die vorläufige Verblendung und klebt die eigentlichen Veneers auf.

Die Veneers sind so gut befestigt, dass man ganz normal mit ihnen kauen kann. Sie lassen sich auch nicht einfach wieder lösen – um sie herunterzubekommen, müsste der Zahnarzt sie wieder abschleifen und durch neue Veneers oder eine Zahnkrone ersetzen. Letzteres erfordert in manchen Fällen aufwendige Vorarbeiten, wie dieser Ratgeber der Nürnberger informiert. Eine Alternative sind sogenannte Non-Prep-Veneers. Für diese Variante müssen die Zähne nicht angeschliffen werden – ein Vorteil, da in der konventionellen Variante ein gesunder Zahn durch das Abtragen des Zahnschmelzes einen Teil seiner natürlichen Schutzschicht verliert.

Kosten variieren nach Material und Aufwand

Allerdings kosten Non-Prep-Veneers das Doppelte herkömmlicher Verblendschalen. Laut Online-Portal MediKompass.de liegen die Preise für reguläre Veneers bei 200 bis 800 Euro pro Zahn, abhängig von den gewählten Materialien und dem Aufwand des Zahnarztes. Non-Prep-Veneers kosten jeweils 500 bis 1.500 Euro. Da es sich um eine kosmetische Korrektur handelt, wird sie nicht von den Kassen übernommen. Patienten müssen ihr neues Lächeln meist komplett aus eigener Tasche bezahlen; eventuell übernimmt eine private Zusatzversicherung einen Teil der Kosten.

In einigen Fällen sind Veneers nicht die beste Lösung. Das betrifft beispielsweise all jene Menschen, die nachts mit den Zähnen knirschen oder gern auf ihrem Bleistift herumkauen. Auch wenn man unter Bruxismus leidet, also die Zähne tagsüber unbewusst stark zusammenpresst, sollte man besser keine Veneers anbringen lassen. Denn beim Knirschen, Herumkauen oder Pressen wirken immense Kräfte, die die Verblendschale vom Zahn abhebeln können. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern erfordert gleich den nächsten kostspieligen Termin beim Zahnarzt. Denn wer erst einmal ein Hollywood-Lächeln hat, will es auch auf jeden Fall behalten.

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